Merkel beeindruckt regimekritische Journalisten

    Einsatz für Menschenrechte in China

    28.08.2007, 06:54

    Die Kanzlerin hatte angekündigt, nicht um den "heißen Brei herumreden" zu wollen, und genau das tat sie: Angela Merkel hat in China abermals das heikle Thema Menschenrechte angesprochen - und sich mit kritischen Journalisten getroffen.

     
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf ihrer China-Reise ein Zeichen für Menschenrechte und Pressefreiheit gesetzt. "Das Thema Menschenrechte ist aus unserer Sicht von entscheidender Bedeutung“, sagte sie am Dienstag vor der CASS-Akademie für Sozialwissenschaften in Peking. Dazu gehörten die Religions- und die Meinungsfreiheit.

    "Sie heißen im Grunde nichts anderes, als dass die Würde jedes einzelnen Menschen nicht zu teilen ist.“ Niemand habe das Recht, den einen über den anderen zu stellen. "Ich glaube, dass wir gut daran tun, dies immer wieder miteinander zu besprechen.“ Gerade im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 werde die Welt besonders aufmerksam auf China blicken. Dies sei eine große Chance.

    Am Morgen war Merkel mit Vertretern der weitgehend staatlich kontrollierten chinesischen Medien zusammengekommen. An dem Treffen am Dienstag nahmen vier regimekritische chinesische Journalisten teil, die sich zum Teil offen gegen die Zensur und für politische Reformen im Land ausgesprochen hatten. Zu der Runde gehörten Zhao Mu, Chefredakteur der Blog-Plattform von Yahoo, sowie Li Datong, früherer Herausgeber einer Beilage der Parteizeitung China Youth Daily, und He Yanguang, einer der bekanntesten Fotoreporter Chinas.

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    Die Journalisten zeigten sich im Anschluss beeindruckt von der deutschen
    Regierungschefin. "Das Treffen zeigt, dass die Kanzlerin der Demokratie und Meinungsfreiheit in China große Bedeutung schenkt", sagte Li Datong.

    Auch der Journalistikprofessor Zhan Jiang nahm an dem gut einstündigen Gespräch teil. Er tritt seit Jahren für eine Reform des Mediensystems in China ein. Merkel informierte sich über die Entwicklung von Medien und Gesellschaft in den vergangenen Jahren.

    Die chinesischen Journalisten setzen sich dafür ein, auf dem Parteitag der Kommunistischen Partei im Herbst eine bessere rechtliche Absicherung ihrer Arbeit zu erreichen.

    Die Begegnung fand in dem Hotel statt, in dem Merkel während ihres Peking-Aufenthalts wohnt und gehört zu dem sogenannten inoffiziellen Teil des Programms der Kanzlerin in der chinesischen Hauptstadt.

    Die Kanzlerin hatte das Thema Menschenrechte bereits am Montag bei ihren Gesprächen mit Ministerpräsident Wen Jiabao und Präsident Hu Jintao angesprochen.

    Merkel pochte auch erneut auf ein schärferes Vorgehen zum Schutz geistigen Eigentums. China habe dazu zwar rechtliche Schritte vorgenommen, aber die Umsetzung lasse noch zu wünschen übrig, sagte Merkel. "Darüber sprechen wir sehr offen“, fügte sie hinzu.

    (reuters, dpa)

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    Leserkommentare (32)



    29.08.2007 14:25:24

    Luigi72: Die SZ muss ja auch nicht jeden Schmarrn unkommentiert veröffentlichen

    Ich gebe zu, der Artikel ist der SZ/dpa nicht besonders gut gelungen, ja man könnte sogar von Hofberichterstattung sprechen. Dass aber viele in diesem Forum jede Gelegenheit wahrnehmen für eine Generalabrechnung mit der Regierung und der Kanzlerin ist schon Abgrund langweilig. Was hätte Merkel sonst tun können? Sie hat sich mit kritischen Journalisten getroffen und diese sind schwer beeindruck. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass nicht viele Regierungsoberhäupter dieses getan haben. Hätte die Merkel das Treffen absagen sollen? Hätte Sie mehr erreichen können? Ich denke das Problem hier ist nicht die Merkel sondern die DPA. Die SZ muss ja auch nicht jeden Schmarrn unkommentiert veröffentlichen, der von der DPA kommt.


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