Der Zentralrat der Juden hat die Gedenkfeier im Bundestag durch sein Fernbleiben entwertet - und sich selbst damit keinen Gefallen getan.
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Gedenken der Holocaust-Opfer: Bundespräsident Horst Köhler (von vorn), Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesverfassungsgericht-Präsident Hans-Jürgen Papier. Foto: Reuters
Dem Zentralrat der Juden muss es ein Anliegen sein, die Routine des Erinnerns immer wieder aufzubrechen. Gedankenloses Gedenken trifft zu Recht auf den Widerspruch jener, die das Nazi-Regime überlebt haben oder Nachkommen derer sind, die in den Gaskammern ermordet wurden.
Manche Kritik oder Sensibilität der Juden in Deutschland mag dabei verstörend wirken. Doch hilft bisweilen nur die Irritation, um Verantwortung in der Gegenwart für das Verbrechen in der Vergangenheit deutlich zu machen.
Dennoch sollte auch der Zentralrat die Wirkung bedenken, die sein Verhalten für das eigene Anliegen hat. Und in dieser Hinsicht hat sich die Organisation keinen Gefallen damit getan, der Feier zum Holocaust-Gedenktag fernzubleiben.
Bedeutet nicht die Verneigung des Parlaments und aller Verfassungsorgane vor dem Leid der Opfer bei dieser Veranstaltung viel mehr als die Frage, ob die Repräsentanten des Zentralrats namentlich begrüßt werden?
Der Bundestagspräsident hielt eine bewegende Rede, der Bundespräsident würdigte die vielen Formen des Erinnerns, die mittlerweile entstanden sind. Ein wenig kleinlich wirkten dagegen die protokollarischen Einwände des Zentralrates, die zudem noch völlig überraschend vorgetragen wurden.
Viele Jugendliche waren im Bundestag; junge Menschen, die die Erinnerung wachhalten wollen. Sie sind diejenigen, auf die alle, auch der Zentralrat, setzen müssen, wenn das Schicksal der Juden in Deutschland in der NS-Zeit vor dem Vergessen bewahrt werden soll.
Diese Jugendlichen waren Zeugen einer würdevollen Gedenkfeier, die der Zentralrat bewusst entwertet hat - ohne dass ersichtlich wurde, wem das eigentlich genützt haben soll.
(SZ vom 28.01.2009/gal)
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![]() 30.01.2009 13:35:57 festwoche: @josky01 es ist wohl nicht nur der politische Einfluss von Frau Knobloch der schwindet ... auch die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit war rückläufig - das hat sich nun "zum Glück" geändert. Ausgerechnet diesen Gedenktag für eine derartige PR-Aktion zu nutzen zeigt was los ist - Frau Knobloch hätte bereits vor Wochen oder Monaten eine andere Positionierung des ZdJ einfordern können. Aber das hätte natürlich nicht soviel Schlagzeilen eingebracht. Vergleichbare Einwände von jüdischen MItbürgern die auf der Besuchertribüne des Bundestages anwesend waren ist bisher Nichts bekannt - oder es ist nur Nichts geschrieben worden ? ![]()
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