Der Krieg in Nahost hat mehr Opfer unter Kindern gefordert, als unter israelischen Soldaten und Hisbollah-Kämpfern. Jedes dritte Opfer unter den 620 Toten und 3200 Verletzten ist ein Kind oder ein Jugendlicher. Das berichtet die UN-Kinderhilfswerk Unicef.

Jedes dritte Opfer unter den 620 Toten und 3200 Verletzten, die der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah bislang gekostet hat, ist ein Kind oder ein Jugendlicher. Das berichtet die UN-Kinderhilfswerk Unicef. In den vergangenen drei Wochen wurden demnach mehr Kinder getötet oder verletzt als erwachsene Hisbollah-Kämpfer oder israelische Soldaten.

„Es ist unerträglich, wie der Tod von Kindern von beiden Konfliktparteien in Kauf genommen wird“, sagte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Dietrich Garlichs.

Das Kinderhilfswerk forderte eine Waffenruhe, um dringend notwendige Hilfsaktionen durchführen zu können. Zahlreiche Orte im Südlibanon seien weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten, hieß es.

In den Dörfern nahe der Grenze zu Israel seien drei Viertel der Menschen geflüchtet. Vor allem alte und behinderte Menschen hielten sich dort noch auf. Die Strom- und Wasserversorgung funktioniere an vielen Orten nicht, Krankenhäuser und Gesundheitsstationen bräuchten Medikamente.

Unicef wies auch auf die „alarmierende Situation“ im Gaza-Streifen hin. Dort seien allein im Juli 35 Kinder bei Kämpfen oder durch Raketen getötet worden.

In den vergangenen drei Wochen verteilte Unicef im Libanon Hilfsgüter im Wert von einer Million Euro an Flüchtlinge. In den kommenden drei Monaten benötigt die Organisation nach eigenen Angaben 20 Millionen Euro, um die Versorgung zehntausender Menschen mit sauberem Wasser und Basismedikamenten sicher zu stellen und traumatisierten Kindern zu helfen.

Die Spenden für die Region fließen laut Garlichs bisher „sehr spärlich“. Unter anderem liege das daran, dass es sich nicht um eine Naturkatastrophe handele, sondern eine von Menschen verursachte Katastrophe. Der Konflikt im Nahen Osten werde zudem als hoffnungslos eingeschätzt und auch die Angst, für eine Seite Stellung zu beziehen, sei in Deutschland sehr groß.

Auch die Mitgliedsorganisationen der Aktion Deutschland Hilft brachten am Dienstagmorgen rund zwölf Tonnen Hilfsgüter im Wert von etwa 96.000 Euro auf den Weg.

Die Lieferung umfasst zwei Wasseraufbereitungsanlagen mit dazu gehörigen Chemikalien sowie 96.000 Wasserentkeimungstabletten für die Trinkwasserversorgung von Haushalten, 6000 faltbare Wasserbehälter, 2000 Hygienepakete und Medikamente für eine medizinische Grundversorgung von etwa 20.000 Menschen.

Unicef hat ein Spendenkonto mit der Nummer 300000 bei der Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 370 205 00) eingerichtet. Das Stichwort ist „Libanon“. Die Aktion Deutschland Hilft hat bei der selben Bank ein Spendenkonto mit der Nummer 102030 und dem Stichwort „Nahost“.

(AP)