Im US-Vorwahlkampf verliert Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton an Unterstützung. Auch Superdelegierte, die sich bereits auf ihre Seite geschlagen haben, wechseln nun zu ihrem Konkurrenten Barack Obama.

US-Vorwahlen Hillary Clinton verliert Superdelegierte AFPBild vergrößern

Ja, wo laufen sie denn? Hillary Clinton verliert die Unterstützung der Superdelegierten. Foto: AFP

Nach ihrer schweren Vorwahl-Niederlage in North Carolina und dem hauchdünnen Sieg in Indiana wächst der Druck auf Hillary Clinton, aus dem Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur auszusteigen.

Nach Medienberichten vom Donnerstag erhielt ihr Konkurrent Barack Obama seit den Abstimmungen in beiden Bundesstaaten am Dienstag fünf Superdelegierte hinzu, einer von ihnen hatte zuvor Clinton unterstützt. Der Washington Post zufolge haben weitere dieser nicht an Vorwahl-Ergebnisse gebundenen Delegierten angedeutet, dass sie sich auf Obamas Seite schlagen und dies demnächst bekannt geben wollen.

Bereits am Mittwoch hatte der frühere demokratische Präsidentschaftsbewerber George McGovern, ein langjähriger Clinton-Freund und einer der ersten öffentlichen Unterstützer der Ex-First Lady, zum Ausstieg aufgerufen. Clinton habe keine Chance mehr, die Nominierung zu gewinnen, sagte McGovern.

Clinton hatte zuvor trotz der jüngsten Rückschläge einen vorzeitigen Ausstieg ausgeschlossen. "Ich bleibe im Rennen, bis es einen Kandidaten gibt", sagte die New Yorker Senatorin. "Ich werde so hart ich kann daran arbeiten, dass ich diese Kandidatin werde."

Mehr als einmal sei sie bereits abgeschrieben worden. "Aber dank Ihnen bin ich zurückgekommen", sagte sie in einer Rede am Mittwoch vor Parteifreunden. "Ich bin im Rennen und ich bleibe in diesem Rennen."

Bei den Vorwahlen in Indiana und North Carolina konnte Clintons Konkurrent Barack Obama am Dienstag seinen Vorsprung bei den Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag ausbauen. Jetzt geht es für beide Kandidaten vor allem darum, die knapp 800 ungebundenen Superdelegierten auf ihre Seite zu ziehen.

Diese werden wegen des immer noch engen Rennens zwischen den Kontrahenten letztlich den Ausschlag geben, wer für die Demokraten im November in die eigentliche Präsidentschaftswahl zieht.

(dpa/Reuters/bavo/mati)