Iran soll ABC-Waffenarsenal massiv aufrüsten

    Deutsche Ermittlungen

    29.01.2006, 11:40

    Die Hinweise auf ein geheimes militärisches Nuklearprogramm Teherans verdichten sich. Derweil verschärfte die Bundesregierung im Atomstreit mit Iran den Ton.

    Iraner mit Sieges-Zeichen vor der Atomanlage in IsfahanGrossbild

    Iraner mit Sieges-Zeichen vor der Atomanlage in Isfahan (Foto: Reuters)

    Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) drohte erstmals mit Wirtschaftssanktionen, falls Iran auf diplomatischem Wege nicht zur Kooperation bereit ist.

    „Wirtschaftssanktionen auszuschließen wäre unklug. Iran sollte nicht unterschätzen, in welchem Maße es auf technische und wirtschaftliche Kooperation mit den westlichen Ländern angewiesen sein wird“, sagte der Minister dem Spiegel. Iran warnte, bei einem ausländischen Angriff werde es seine Mittelstreckenraketen einsetzen, die ganz Israel treffen könnten.

    Wie das Magazin Focus berichtet, kommen in einem vertraulichen Bericht von Bundeskriminalamt (BKA) und Zollkriminalamt (ZKA) illegale Rüstungstransfers deutscher Unternehmen zur Sprache. Ein Sprecher des ZKA-Sprecher in Köln bestätigte am Samstag die Existenz des Papiers. Das BKA lehnte eine Stellungnahme ab.

    Lieferung via Russland

    Demnach „verdichten sich Hinweise auf ein geheimes militärisches Nuklearprogramm“ des Iran. Zollfahnder ermitteln dem Bericht zufolge gegen sechs deutsche Firmen, die über Russland Teile für den Bau des iranischen Atommeilers Buscher geliefert haben sollen. Der Fall gefährde die auswärtigen Beziehungen der Bundesrepublik.

     
    mehr zum Thema

    Iran lobt Steinmeier
    "Die Deutschen gehen den richtigen Weg"weiter
     
    Deutsch-Französisches Treffen
    Merkel stellt sich hinter Chiracweiter
     
    Syrien und der Iran rücken zusammen
    Die Achse der Isolierten weiter
     
    "Hände abhacken"
    Ahmadinedschad droht dem Westen weiter
     
    Iran und das Atom
    Bomben gegen die Bombeweiter
     

     

    Der ZKA-Sprecher bestätigte Ermittlungen, wollte aber keine Einzelheiten nennen. Er betonte aber, Exporte gingen nicht direkt ins Zielland, sondern über Umwege wie die Vereinigten Arabischen Emirate.

    Für ihr Nuklear- und Trägerprogramm versuche der Iran, Material in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zu beschaffen. Die Beschaffungsorganisationen des Iran seien dabei nicht leicht zu entdecken.

    Wie das Magazin berichtet, verfügen laut BKA und ZKA iranische Universitäten über das Know how für „biologische Kampfstoff-Programme“. Tarnfirmen der iranischen Dienste bemühten sich um „mikrobiologische und biotechnologische Labor- und Produktionsausrüstungen“. Offenbar lagere der islamische Gottesstaat auch die chemischen Kriegsstoffe Senfgas, Tabun, Blausäure, Sarin und VX.

    16 Strafverfahren wegen verbotener Sendungen in Krisenländer habe der Zoll 2004 eingeleitet. Im Kontext mit illegalen Rüstungsexporten ermittle die Bundesanwaltschaft in 19 Fällen gegen ausländische Agenten.

    (sueddeutsche.de/dpa/AP)

    ANZEIGE

    mehr ...


    Themen

    Weitere Artikel in Politik

    Leserkommentare (0)



    Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.


    "Ich kann nur kurze Sätze": Franz Müntefering verlässt die Politik - zum Abschied haben wir seine besten Sprüche gesammelt.
    Das Magazin "Forbes" hat die mächtigsten Personen der Welt aufgelistet. Gut platziert: Ein Drogenboss und ein Terrorist.
    Was der Präsident sagt, ist mir egal - in Silvio Berlusconis Vita mangelt es nicht an Entgleisungen wie dieser. Ein Worst-of in Bildern.
    George W. Bush massiert Angela Merkel, Paul Wolfowitz trägt löchrige Socken und Sarah Palin weiß wenig von der Welt: Ein Vote in Bildern.

    ANZEIGE

    Anzeige: Die Seite 3 - Reportagen aus fünf Jahrzehnten
    Bilder aus der Politik
    Kritikern nannten ihn einen linken Scharfmacher, doch Oskar Lafontaine hatte noch viel vor. Nun bremst ihn ein Krebsleiden.
    Der US-Präsident auf Asien-Reise: Wie Obama um die Gunst der Chinesen wirbt.
    Van Rompuy und Ashton treffen auf breite Zustimmung. Das neue Führungsduo der EU geht mit vielen Vorschusslorbeeren an die Arbeit.
    Nach der dramatischen Wahlniederlage stellt sich die SPD neu auf: Wer neben dem Parteichef Sigmar Gabriel künftig das Sagen hat.
    Süddeutsche Zeitung Photo
    Armutsflüchtlinge aus Afrika
    Die EU erlebt seit Jahren an ihren südlichen Grenzen einen gewaltigen Ansturm von Flüchtlingen aus Afrika. Zu tausenden und unter Einsatz ihres Lebens stürmen sie die Wohlstandsgrenze, getrieben von der vagen Hoffnung auf ein besseres Auskommen. Viele sterben auf dieser Reise und wer ans Ziel kommt, ist dort nicht willkommen. mehr...
    Politik transparent gemacht
    Über abgeordnetenwatch.de können Sie Ihre Bundestags-Abgeordneten vor Ort online befragen. Einfach Ihre Postleitzahl eingeben und los geht's! Suchen Sie nach bestimmten Themen oder Abstimmungen? Dann geben Sie einfach ein Schlagwort ein.

    Postleitzahl oder Schlagwort:

    Link auf abgeordnetenwatch.de