Bei einem Angriff amerikanischer Hubschrauber auf ein syrisches Dorf an der Grenze zum Irak sind mindestens acht Menschen getötet worden. Die syrische Regierung verurteilte den Vorfall.

US-Hubschrauber an syrischer Grenze zum Irak; AFP

US-Truppen in Syrien an der Grenze zum Irak (Archivbild). Foto: AFP

Amerikanische Kampfhubschrauber haben am Sonntag ein syrisches Dorf in der Nähe der irakischen Grenze angegriffen.

Dabei wurden nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Sana acht Bewohner getötet. Im syrischen Fernsehen ist von hingegen von sieben Toten die Rede, ein privater Sender meldet neun. 14 Menschen seien demnach verletzt worden. Das Pentagon lehnte eine Stellungnahme zunächst ebenso ab wie das irakische Verteidigungsministerium.

Am Donnerstag hatte der Kommandeur der US-Truppen im Westirak, Generalmajor John Kelly, angekündigt, dass die Maßnahmen zur Sicherung der syrischen Grenze verstärkt werden sollten. Von dort gelangten immer noch zahlreiche Aufständische in den Irak, sagte Kelly.

Kurz vor Sonnenuntergang hätten vier Hubschrauber die Baustelle eines zivilen Gebäudes auf dem Bauernhof Sukkariyeh nahe der Ortschaft Abu Kamal angegriffen, hieß es in der Meldung von Sana. Ein Bewohner des Nachbardorfs Hwidscheh sagte, die Hubschrauber seien dem Fluss Euphrat entlang geflogen. Einige Maschinen seien gelandet, und Soldaten seien ausgestiegen. Sie hätten ein Gebäude beschossen. Nach syrischen Regierungsangaben seien vier Kinder
unter den Toten. Anschließend hätten die Helikopter Syrien in Richtung Irak verlassen.

Die syrische Regierung hat indes ein strenges Vorgehen angekündigt: "Syrien verurteilt diese Aggression und macht die amerikanischen Streitkräfte für diese Aggression und alle Folgen verantwortlich", hieß es in einer Erklärung der Regierung. Die irakische Regierung wurde aufgefordert, sie müsse verhindern, dass ihr Territorium für Angriffe auf Syrien genutzt werde. Die Geschäftsträgerin der US-Botschaft in Damaskus, Maura Connelly, ist am Sonntagabend in das syrische Außenministerium zitiert worden. Dort sei ihr eine offizielle Protestnote überreicht worden, verlautete aus US-Botschaftskreisen in der libanesischen
Hauptstadt Beirut.

Abu Kamal liegt acht Kilometer von der irakischen Grenze entfernt. Die Region befindet sich in der Nähe der irakischen Grenzstadt Kaim. Dort berichteten irakische Reisende, sie hätten Explosionen gehört. Der Übergang Kaim gilt als zentraler Knotenpunkt für Rebellen und den Transport von Waffen und Geld für den Aufstand radikaler Sunniten.

Sollten sich die Berichte über den Vorfall bestätigen, so wäre dies der erste Angriff von US-Soldaten aus dem Irak auf syrischem Boden. Die US-Regierung wirft der syrischen Führung unter Präsident Baschar al-Assad seit Jahren vor, sie erlaube Terroristen, über ihre Grenze in den Irak einzudringen. Nach Angaben der irakischen Regierung bemüht sich Syrien jedoch seit einigen Monaten, den Zustrom von Extremisten in das Nachbarland zu unterbinden.

(AP/Reuters/dpa/AFP/cag)