Während die SPD-geführten Bundesländer auch nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts weiterhin ein kostenfreies Erststudium ermöglichen wollen, hat Stoibers Kultusminister Goppel ärmeren Kommilitonen schon mal ein paar Finanzierungs-Tipps gegeben.
Edmund Stoiber (li) und Thomas Goppel Foto: dpa
Studiengebühren von rund 500 Euro pro Semester sind aus Sicht der bayerischen Staatsregierung auch für ärmere Studenten problemlos ohne Kredite zu finanzieren.
Die Betroffenen müssten lediglich „jeden Monat für hundert Euro auf etwas verzichten oder zwei Nachhilfestunden geben“, schlug Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) in der Münchener Abendzeitung vor. Bei guten Studenten könnten die Universitäten im Einzelfall die Gebühren auch erlassen oder stunden, meinte er.
Goppel sagte, Bayern werde den Universitäten eine Ober- und Untergrenze für die Studiengebühren vorgeben. Wenn der Startschuss tatsächlich zum kommenden Wintersemester falle, werde der Semester-Betrag aber voraussichtlich unter 500 Euro liegen. Goppel versicherte, die Einnahmen würden komplett den Universitäten zu Gute kommen, damit die Lehrkonditionen und die Ausstattung verbessert werden könnten. „Dafür verbürg’ ich mich.“
Die SPD-geführten Bundesländer setzen nach den Worten des rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministers Jürgen Zöllner (SPD) weiterhin auf ein gebührenfreies Erststudium. Deutschland brauche deutlich mehr und nicht weniger Studenten, sagte der Bildungssprecher der SPD-Länder.
Bei Studiengebühren sehe er die Gefahr, „dass die ohnehin vorhandenen sozialen Barrieren vor einem Studium noch größer werden“. Dies gelte trotz der in den Unionsländern geplanten Kreditmodelle.
Das Verfassungsgericht hatte am Mittwoch den Weg für Studiengebühren freigemacht und das bisherige bundesweite Verbot aufgehoben. Fünf Unionsländer - Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Hamburg und das Saarland - wollen spätestens von 2006 an rund 500 Euro Gebühren pro Semester verlangen.

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