Deutsche Soldaten sehen sich immer weniger als "Staatsbürger in Uniform"

    Skandal um Totenschändung

    28.10.2006, 12:36

    Von Matthias Kolb und Oliver Das Gupta

    Schon lange vor dem aktuellen Skandal ist eine Bundeswehr-Studie zu alarmierenden Ergebnissen gekommen.

     
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    Eine Studie des sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr in Straußberg belegt nach Informationen von sueddeutsche.de, dass große Teile der Truppe nicht mehr viel vom Prinzip der „Inneren Führung“ halten.

    Eine Befragung von 4000 Soldatinnen und Soldaten ergab: „Für ein Drittel gehört das Leitbild vom 'Staatsbürger in Uniform' nicht notwendigerweise und sogar für jeden Zehnten überhaupt nicht zu den festen Bestandteilen eines gemeinsamen beruflichen Selbstverständnisses“, sagte Wolfgang Gessenharter der Sendung Radiowelt des Bayerischen Rundfunks.

    „Alarmierend“ nannte der Politik-Professor von der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU) das Ergebnis im Gespräch mit sueddeutsche.de.

    "Rechte Einstellungen stark vertreten"

    Nicht minder heikel ist laut Gessenharter der Befund einer anderen Studie des ehemaligen hochschuldidaktischen Zentrums der HSU: Demnach sind bei den Studierenden "sehr konservative und rechtskonservative Einstellungen stark vertreten".

    Das Konzept der "Inneren Führung" entstand beim Aufbau der Bundeswehr nach dem Zweiten Weltkrieg. Leitbild dieses Modells ist der "Staatsbürger in Uniform".

    Ziel ist es, das Menschenbild des Grundgesetzes zur verbindlichen Grundlage für das Handeln der Soldaten zu machen. Führungskräfte der Bundeswehr werden an den Zentren für "Innere Führung" in Koblenz und Strausberg bei Berlin ausgebildet.

    (sueddeutsche.de)

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