In Indonesien gibt es neue Erkenntnisse, 80 Prozent der Deutschen glauben an einen Wahlsieg Merkels, und entführten Franzosen droht ein Scharia-Verfahren.
Zwei Tage nach den Anschlägen haben im Ritz-Carlton-Hotel in Jakarta die Aufräumarbeiten begonnen. Foto: dpa
Erster Attentäter von Jakarta identifiziert
Zwei Tage nach den Bombenanschlägen auf Luxushotels in Jakarta hat die Polizei einen der beiden mutmaßlichen Attentäter identifiziert. Polizeisprecher Nana Sukarna gab die Identität am Sonntag jedoch nicht preis, sondern nannte nur den Anfangsbuchstaben "N". Nachdem Ermittler im Marriott-Hotel bereits im Zimmer 1808 die Kommandozentrale der Attentäter entdeckt hatten, fanden sie im Ritz-Carlton-Hotel einen weiteren Laptop. Darauf seien Codes gespeichert, mit denen die Terroristen sich verständigt haben müssen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Antara unter Berufung auf die Polizei.
Bei den Anschlägen waren am Freitag neun Menschen ums Leben gekommen, darunter die beiden Selbstmordattentäter. Mindestens 53 wurden teils schwer verletzt. Deutsche sind nicht unter den Toten. Der oberste indonesische Terrorfahnder zeigte sich überzeugt, dass die Anschläge auf das Konto von Noordin Top gehen. Er ist einer der meistgesuchten Terroristen in Asien. "Wenn man sich anschaut, wie sie vorgegangen sind, ist klar, dass dies das Werk von Noordin M. Top ist", sagte Ansyaad Mbai, Chef der Terrorabwehr im Sicherheitsministerium. Die Polizei bekräftige am Sonntag, dass die Täter aus dem Kreis der Jemaah Islamiyah kommen müssen.
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Große Mehrheit der Deutschen glaubt an Wahlsieg Merkels
Zehn Wochen vor der Bundestagswahl rechnen vier von fünf Deutschen damit, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt. Dies ergab eine Emnid-Umfrage. Nur 13 Prozent erwarten demnach, dass SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier der Einzug ins Kanzleramt gelingt. Auch unter SPD-Anhängern glauben nur 16 Prozent an einen Steinmeier-Sieg, 84 Prozent erwarten einen Triumph Merkels. Bei den Unions-Anhängern rechnen sogar 95 Prozent mit einer Fortsetzung von Merkels Kanzlerschaft.
Zehn Festnahmen bei Demonstration gegen Neonazis
Bei einer überwiegend friedlichen Demonstration gegen Neonazis sind am Samstagabend in Berlin fünf Polizisten leicht verletzt worden. Zehn Demonstranten wurden nach Rangeleien festgenommen, sie waren am Sonntag aber wieder auf freiem Fuß. Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, liefen Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs. Unter dem Motto "Gegen rechte Gewalt" hatten im Berliner Stadtteil Friedrichshain etwa 4000 Menschen gegen den Rechtsradikalismus demonstriert, darunter auch Mitglieder der linksautonomen Szene und des sogenannten Schwarzen Blocks. Anlass der Kundgebung war ein Vorfall vor einer Woche, als Rechtsradikale einen 22-Jährigen schwer misshandelt hatten.
Rafsandschani erörtert Krise in Iran mit Klerus
Nach seiner Regierungskritik setzt der iranische Ex-Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani jetzt auf einen Dialog mit anderen führenden Klerikern. Fünf Wochen nach dem umstrittenen Wahlsieg des ultrakonservativen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad am 12. Juni traf der einflussreiche Ajatollah dazu am Sonntag zu Gesprächen über die politische Kontroverse in der nordöstlichen Stadt Maschad ein, wie die Nachrichtenagentur Mehr berichtete.
Die Rede Rafsandschanis beim Freitagsgebet in Teheran hat unter der politischen und religiösen Führungselite des Landes einen erbitterten Streit ausgelöst. Ermutigt durch den Auftritt waren erneut rund hunderttausend Anhänger der Opposition in Teheran zu neuen Protesten auf die Straße gegangen. Derweil soll in Teheran ein letzter noch inhaftierter Angestellter der britischen Botschaft am Sonntag gegen Zahlung einer Kaution freikommen.
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Ehemaliger Putschist vor Wahlsieg in Mauretanien
Bei der Präsidentenwahl in Mauretanien hat sich am Sonntag ein Sieg des ehemaligen Putschisten Mohammed Ould Abdel Aziz abgezeichnet. Nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen lag der 53-jährige General mit rund 52 Prozent weit in Führung, wie das Innenministerium des nordwestafrikanischen Wüstenstaates mitteilte. Die Opposition warf Abdel Aziz Wahlbetrug vor und sprach von einer Farce. Es sei ein Versuch, den Staatsstreich von vor einem Jahr an den Urnen zu legitimieren.
BBC: Entführten Franzosen droht Scharia-Verfahren
Die radikalislamische al Schabab-Miliz will zwei in Somalia verschleppte französische Militärberater wegen Spionage und "Verschwörung gegen den Islam" vor ein Scharia-Gericht stellen. Das berichtete der britische Rundfunksender BBC unter Berufung auf einen Sprecher der Miliz. Angesichts der drakonischen Strafen, die islamische Gerichte in der Vergangenheit in den von al Schabab kontrollierten Regionen Somalias verhängten, dürfte das Leben der beiden Franzosen damit in höchster Gefahr sein. Die beiden am Montag aus ihrem Hotel entführten Männer sind seit Freitag in der Gewalt von al Schabab.
Polizei erschoss bei Unruhen "Gangster“ in Urumqi
Die Polizei hat bei den Unruhen in der Hauptstadt der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang, Urumqi, Anfang Juli nach offiziellen Angaben zwölf als Gangster bezeichnete Aufrührer erschossen. Nach neusten offiziellen Darstellungen, die die offizielle Nachrichtenagentur Xinhua verbreitete, starben insgesamt 197 Menschen. Die meisten seien "unschuldige Einwohner" gewesen, schrieb Xinhua. Der Gouverneur von Xinjiang, Nur Bekri, ein Uigure, sagte, die Polizei habe sich während der Unruhen sehr zurückgehalten. Die Gangster seien "extrem bösartig und unmenschlich" gewesen, sagte Nur Bekri. Viele Beamte seien beim Einsatz verletzt worden.
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Iran lässt letzten Mitarbeiter von britischer Botschaft frei
Die iranischen Behörden haben den letzten von insgesamt neun festgenommenen einheimischen Angestellten der britischen Botschaft in Teheran freigelassen. Die Freilassung erfolge gegen eine Kaution in Höhe von umgerechnet knapp 71.000 Euro, teilte der Anwalt des Mannes am Sonntag in Teheran mit. Dennoch drohe dem Angestellten eine Verurteilung wegen Verletzung der nationalen Sicherheit. Der britische Außenminister David Miliband begrüßte die Freilassung in einer Erklärung. Zugleich bekräftigte Miliband, dass die Festnahmen "vollkommen ungerechtfertigt" gewesen seien.
Der nun freigelassene politische Analyst Hossein Rassam war am 27. Juni zusammen mit acht weiteren einheimischen Botschaftsangestellten in Teheran festgenommen worden. Die Beziehungen zwischen dem Iran und Großbritannien hatten sich seit den Protesten gegen den umstrittenen Wahlsieg von Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei den Wahlen am 12. Juni erheblich verschlechtert. Teheran warf London vor, die Proteste der Regierungskritiker angestachelt zu haben.
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