Im weltweiten Kampf gegen die Vogelgrippe hat die internationale Geberkonferenz mit knapp zwei Milliarden US-Dollar mehr Geld als erwartet zusammengebracht. Vor allem Entwicklungsländer sollen davon profitieren.

Ein Hahn läuft in einem türkischen Dorf vor einem Veterinär davon. Foto: dpa

Zum Abschluss der zweitägigen Beratungen zeigten sich am Mittwoch viele der 700 Teilnehmer aus 90 Ländern und von 20 internationalen Organisationen zufrieden mit dem Ergebnis. Die Summe beträgt umgerechnet fast 1,6 Milliarden Euro.

Das Ziel sei mehr als erfüllt worden, meinten die Delegierten in Peking. Die Vereinten Nationen hatten auf der Konferenz ursprünglich 1,5 Milliarden US-Dollar an Zusagen für den Kampf gegen die Ausbreitung der Geflügelseuche sammeln wollen. Das Geld soll insbesondere in Maßnahmen zur Früherkennung und Intervention in den ärmsten Ländern fließen.

"Wenn die internationale Gemeinschaft die Kontrollmaßnahmen jetzt nicht unterstützt, werden die möglichen langfristigen Kosten für die Staatengemeinschaft viel höher sein", sagte Weltbank-Chef Paul Wolfowitz auf der Konferenz. Die Weltbank sagte eine Kreditlinie von 500 Millionen Dollar zu. Die USA stellten 334 Millionen Dollar, die Europäische Union 250 Millionen Dollar zur Verfügung.

Seit 2003 sind bereits rund 80 Menschen an dem besonders aggressiven Vogegrippe-Virus H5N1 gestorben, die meisten von ihnen in Südostasien und China. Seit einem Monat ist das Virus aber auch in der Türkei auf dem Vormarsch; dort starben bislang insgesamt vier Kinder und Jugendliche.

Bisher wurde das Virus von infizierten Tieren auf den Menschen übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bislang nicht entdeckt. Experten fürchten für diesen Fall eine Pandemie mit Millionen von Toten.

Im Nordirak an der Grenze zur Türkei starb indes eine junge Frau, bei der ein Verdacht auf Vogelgrippe besteht. Das bestätigte am Mittwoch ein Beamter der regionalen Gesundheitsbehörde.

Der Tod der jungen Frau aus Rania bei Suleimanija werde untersucht. Die Gerichtsmediziner in Suleimanija hätten noch kein endgültiges Urteil gefällt, hieß es. In dem Dorf an der Grenze zur Türkei wurden alle Vögel getötet. In der Osttürkei waren vier Kinder an dem aggressiven Virus H5N1 gestorben.

Der Landwirtschaftsminister der nordirakischen Kurden-Region, Esad Esseddin, kündigte derweil für das Gebiet an der türkischen Grenze spezielle Maßnahmen gegen eine mögliche Verbreitung der Tierseuche an.

In der Türkei sind inzwischen in 11 der 81 Provinzen Vogelgrippe-Ausbrüche bei Geflügel nachgewiesen worden. Nach offiziellen Angaben haben sich in dem Land bislang 21 Menschen mit der Tierseuche infiziert.

(sueddeutsche.de/AFP/dpa)