Wem gehört Taiwan?

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    08.03.2005, 11:13

    Provinz, Kolonie, Diktatur und Demokratie - die wechselvolle Geschichte Taiwans.

     
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    Die moderne Geschichte Taiwans beginnt mit der Entdeckung durch die Portugiesen 1590, die von der „Ilha Formosa“ (schöne Insel) sprachen. Nach dem Ende der Ming-Dynastie beendeten Ming-Loyalisten 1661 die Herrschaft der Holländer, wurden jedoch 1683 von der Qing-Dynastie vertrieben. Diese Herrscher aus der Mandschurei stellten die Insel erstmals unter die Kontrolle Festland-Chinas und gaben ihr 1883 den Status einer Provinz.

    Nach dem Ende des chinesisch-japanischen Krieges 1894/95 musste China die Insel im Vertrag von Shimonoseki an Japan abtreten. Die gegen den Vertrag protestierende Bevölkerung gründete mit der „Demokratischen Nation Taiwan“ eine unabhängige Republik. Die Japaner schlugen diese erste Republik in Asien überhaupt nieder und begannen eine 50-jährige Kolonialherrschaft (1895-1945). Sie verfolgten eine systematische wirtschaftliche Erschließung Taiwans.

    Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fiel Taiwan nach den Alliierten-Konferenzen von Kairo und Potsdam am 25. Oktober 1945 an die 1912 gegründete Republik China der nationalchinesischen Kuomintang.

    Misswirtschaft und Spannungen zwischen Festland-Chinesen und Taiwanesen führten 1947 zu Aufständen, die blutig niedergeschlagen wurden. Im „weißen Terror“ der Kuomintang wurde taiwanesische Intellektuelle inhaftiert, ermordet oder exiliert.

    Nach der Niederlage der Kuomintang im Bürgerkrieg und der Machtübernahme der Kommunisten 1949 flüchteten 1,5 bis 2 Millionen Soldaten und Zivilisten auf die Insel. Generalissimo Tschiang Kai-schek beherrschte Taiwan mit Kriegsrecht.

    Nach der Annäherung der USA an China musste Taiwan 1971 die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen und den Sitz im Sicherheitsrat an Peking abgeben. Trotz Isolation entwickelte sich Taiwan zu einer der größten Exportnationen der Welt.

    Schon in den 70er Jahren regte sich Opposition, die sich erst in den 80er Jahren organisieren durfte. 1986 wurde die Demokratische Fortschrittspartei (DPP) gegründet. Nach dem Ende des Kriegsrechts 1987 begann die Demokratisierung. Die eigene taiwanesische Identität wurde stärker und der Ruf nach Unabhängigkeit lauter.

    Die Herrschaft der Kuomintang endete 2000, als der frühere Oppositionsführer Chen Shui-bian von der Fortschrittspartei zum Präsidenten gewählt wurde.

    (dpa)

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