"Heute wurde al-Sarkawi eliminiert"

    Kampf gegen den Terror

    08.06.2006, 09:30

    Der Führer der al-Qaida im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi, ist nach Angaben des irakischen Ministerpräsidenten bei einem US-Angriff ums Leben gekommen. Sarkawi war einer der weltweit meistgesuchten Terroristen. Er wird für etliche Terror-Anschläge und die Ermordung mehrerer Geiseln verantwortlich gemacht.

    Sarkawi; dpa

    Offenbar tot: Abu Mussab al Sarkawi. (Foto: dpa)

    Der Führer der Terrororganisation al-Qaida im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi, ist nach Angaben des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki bei einem US-Luftangriff nördlich von Bagdad getötet worden.

    „Heute wurde al Sarkawi eliminiert“, sagte al-Maliki bei einer Pressekonferenz in Bagdad an der Seite von US-Botschafter Zalmay Khalilzad und des obersten US-Generals im Irak, George Casey. Die Leiche sei durch Fingerabdrücke und durch Augenschein identifiziert worden, so Casey.

    Bewohner der Gegend hätten den irakischen Sicherheitskräften einen Tipp gegeben, und die US-Truppen hätten daraufhin den Luftangriff ausgeführt.

    Khalilzad nannte den Tod al-Sarkawis ein gutes Omen für den Irak und dessen neue Regierung sowie einen großen Erfolg für den internationalen Kampf gegen den Terrorismus.

    Die irakischen Sicherheitskräfte hätten bei der Vorbereitung des Angriffs Hilfe geleistet, berichtete der Sender Al-Arabija.

    Abu Mussab al-Sarkawi hatte nach dem Sturz des Saddam-Regimes im Irak eine Terrororganisation mit dem Namen Al-Tawhid wa Al-Dschihad (Religiöse Einheit und Heiliger Krieg) gegründet.

    Im Oktober erklärte der Terrorist seine Loyalität zum Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida, Osama bin Laden, und benannte seine Gruppe um in al-Qaida im Zweistromland.

    Sarkawi war der meistgesuchte Terrorist des Landes. Der Jordanier steht auch auf der Fahndungsliste der USA ganz oben. Auf seine Ergreifung stand ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar. In seiner Heimat wurde Sarkawi bereits dreimal in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

    Der Terrorist sei verantwortlich für den Tod tausender Menschen, erklärte Khalilzad.

    Sarkawi gilt als Drahtzieher zahlreicher Bombenanschläge, Entführungen und bewaffneter Überfälle im Irak. Auch einige der blutigsten Anschläge der vergangenen drei Jahre sollen auf sein Konto gehen.

    So hatte sich seine Gruppe zu Anschlägen auf Hotels in der jordanischen Hauptstadt Amman im November bekannt, bei denen 60 Menschen getötet wurden. Sarkawi selbst soll zwei amerikanische Geiseln persönlich enthauptet haben.

    Im April war Sarkawi erstmals auf einem Video zu sehen gewesen, auf dem er mit weiteren Anschlägen drohte. Davor hatte es nur Tonbandaufzeichnungen sowie ein Foto gegeben.

    (AP/AFP/dpa)

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