Al Gore hat bei seinem ersten Auftritt in Deutschland die Staatschefs weltweit zu verstärkten Klimaschutzbemühungen aufgefordert. Die Bundeskanzlerin lobte der Friedensnobelpreisträger.
Friedensnobelpreisträger Al Gore hat die Staats- und Regierungschefs angesichts der globalen Bedrohung durch den Klimawandel zu einem weiteren außerordentlichen Krisengipfel aufgerufen. Das Treffen sollte Anfang 2008 unter dem Dach der Vereinten Nationen stattfinden, um die Ergebnisse von Bali zu besprechen, sagte der ehemalige US-Vizepräsident am Dienstagabend in Berlin.
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"Ich glaube, dass sie einen phantastischen Beitrag geleistet hat": Zu Beginn seines Besuches lobt Gore Bundeskanzlerin Merkel. Foto: Reuters
Mitte Dezember sollen auf der UN-Klima-Konferenz in Bali die Vorbereitungen für ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls getroffen werden. Es sollte 2010 und nicht erst 2012 in Kraft treten, ermahnte Gore. Er hoffe, dass China und die USA dabei mitmachten.
Erst Ende September hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Staats- und Regierungschefs zu Klima-Gesprächen nach New York eingeladen. Nach Auffassung Al Gores sollten solche Treffen alle drei Monate stattfinden, "so lange bis wir das Leben der nachfolgenden Generationen gerettet haben". "Die Menschen auf dieser Welt einschließlich derer in meinem Land können es schaffen."
Viel Zeit bleibe allerdings nicht mehr, um den Klimawandel zu bremsen. Die Atmosphäre dürfe nicht wie eine Kloake behandelt werden. "Wir müssen unsere Augen, unser Bewusstsein und unsere Herzen öffnen", sagte Gore. Künftige Generationen sollten nicht fragen müssen, warum im Jahr 2007 alle wissenschaftlichen Erkenntnisse ignoriert worden seien. "Sie sollen fragen, wie haben es unsere Vorfahren geschafft, dieses Problem zu lösen, von dem alle gesagt haben, dass es nicht zu lösen ist."
Gore war auf Einladung des Energiekonzerns EnBW nach Berlin gekommen. Allerdings darf nur über einen kleinen Teil seines Vortrages berichtet werden. Eine weitere Berichterstattung hatte Gore untersagt. Das Honorar für die Rede will er dem Bündnis für Klimaschutz spenden.
In seinen Eingangsworten appellierte Gore eindringlich, den Klimawandel ernst zu nehmen. "Die Tatsache, dass Kohlendioxid nicht fühlbar ist, macht es nicht harmlos", sagt er. Deswegen sei es keine ideologische Frage, ob man den Klimawandel bekämpfe, "sondern es ist eine ethische".
Damit dürfte Gore auch auf die zurückhaltende Klimapolitik der USA unter George W. Bush angespielt haben. Zu Beginn seines Besuches hatte Gore Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen. "Ich glaube, dass sie einen phantastischen Beitrag geleistet hat", sagte er.





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