Mit 500 Kilo Sprengstoff in den "Heiligen Krieg"
Sicherheit in Deutschland
05.09.2007, 09:48
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Mit der Festnahme dreier Terrorverdächtiger haben die Sicherheitsbehörden offenbar geplante massive Bombenanschläge in Deutschland verhindert. Nach Angaben von Generalbundesanwältin Monika Harms sei es den Sicherheitsbehörden gelungen, einen der bislang "schwerwiegendsten Anschlagspläne in Deutschland" zu verhindern.
Bei den Taten sollte es laut Harms viele Tote und Verletzte geben. Gegen alle drei Terrorverdächtigen sind nach Angaben der Bundesanwaltschaft Haftbefehle erlassen worden.
Nach den Festnahmen seien insgesamt 41 Objekte in mehreren Bundesländern - unter anderem Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen - durchsucht worden, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Dabei seien Unterlagen, Computer und Bargeld sichergestellt worden.
Der heutige Tag sei "ein guter Tag für die Sicherheit in Deutschland", sagte Harms. Die Anschlagsplanungen der drei mutmaßlichen Attentäter zeigten aber, dass Deutschland nicht nur Ruhe- und Rückzugsraum für Terroristen, sondern auch Anschlagsziel für islamistischen Terror sei.
Das Bundeskriminalamt (BKA) habe monatelang mit mehreren Landeskriminalämtern und der Bundesanwaltschaft ermittelt, sagte Harms. Die drei Männer sollen bereits am Dienstag mit dem Bau der Sprengsätze begonnen haben. Im Visier der Verdächtigen waren den Ermittlern zufolge von US-Bürgern besuchte Einrichtungen wie Discos, Pubs und Flughäfen.
Die drei Terrorverdächtigen hatten ein Dutzend Fässer mit insgesamt 730 Kilogramm 35-prozentiger Wasserstoffperoxidlösung besorgt. Sie waren dabei, den Inhalt eines dieser Fässer zu einem hochexplosiven Gemisch einzukochen, das in seiner Sprengwirkung der von TNT entspricht.
Das Labor der drei Verdächtigen befand sich in einer Ferienwohnung im Hochsauerland, wo sie auch festgenommen wurden.
"Die Sprengkraft dieser Stoffe hätte rund 550 Kilogramm TNT entsprochen", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Die Rucksackbomber der Londoner U-Bahn-Anschläge seien zum Vergleich mit jeweils drei bis fünf Kilogramm Sprengstoff unterwegs gewesen.
| Bildstrecke Verhinderter Terroranschlag in Deutschland | ||||||||||||||
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Als die drei Verdächtigen ein Fass aus dem Versteck holten und in der Ferienwohnung damit begannen, den Sprengstoff herzustellen, schlugen die Sicherheitskräfte zu. Bei der Festnahme wurde ein Polizeibeamter verletzt.
Anführer der Gruppe sollen zwei Deutsche sein, die zum Islam konvertiert sind. Nach Angaben von BKA-Präsident Ziercke hätten alle drei Festgenommenen, zwei Deutsche sowie ein türkische Staatsbürger, eine Ausbildung in Pakistan durchlaufen, in der sie auch im Bombenbau unterwiesen worden seien. Im Dezember 2006 habe einer der Festgenommenen zwei US-Kasernengebäude in Hanau als potentielles Anschlagsziel ausgespäht. Dies habe das Bundesamt für Verfassungsschutz festgestellt, berichtete Harms.
Ziercke sprach von einem Polizeieinsatz, der in dieser Dimension in der Geschichte des Bundeskriminalamtes noch nicht stattgefunden habe. Fast 300 Beamte seien über sechs Monate Tag und Nacht im Einsatz gewesen. Zur Entwarnung bestehe auch nach den Festnahmen kein Anlass: "Wir müssen weiter sehr wachsam sein." Die Islamische Dschihad-Union, deren deutsche Zelle für die geplanten Anschläge verantwortlich sein soll, hat nach Erkenntnissen der Ermittler enge Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida.
Harms betonte, für die deutsche Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden, weil die Sicherheitsbehörden rechtzeitig über die Aktivitäten der mutmaßlichen Terroristen informiert gewesen seien.
Außerdem habe die Polizei bereits im Juli den Stoff in den Fässern unbemerkt von den Islamisten durch eine verdünnte Wasserstoffperoxid-Lösung ersetzt.
Bei der Festnahme im Sauerland gab es offenbar eine Panne. Einer der Männer habe einem Beamten des Bundeskriminalamtes eine Waffe aus dem Holster ziehen können, sagte Ziercke. Aus der Waffe habe sich ein Schuss gelöst. Der Verdächtige habe sich bei dem Kampf eine Platzwunde zugezogen, der Polizist sei leicht an der Hand verletzt worden.
| Bildstrecke Terror-Angst in London | ||||||||||||||
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Laut Ziercke wurden zwei Männer von der Bundespolizei-Spezialeinheit GSG 9 festgenommen, der dritte Verdächtige konnte durch ein Fenster flüchten und wurde nach 300 Metern von BKA-Beamten gestoppt. Nach Angaben von Bundesanwalt Rainer Griesbaum gingen die drei Tatverdächtigen zuletzt keiner geregelten Arbeit nach. Sie hätten lediglich Aushilfstätigkeiten gemacht oder Arbeitslosengeld II bezogen.
Nach den Worten von Innenminister Wolfgang Schäuble ist Deutschland nicht nur Teil eines weltweiten Gefahrenraums, "sondern konkret durch den Terrorismus bedroht". Es gehe nicht mehr nur um Anschläge gegen Deutsche in Afghanistan, sondern um Anschlagsplanungen gegen Bundesbürger hier in Deutschland, sagte Schäuble. Die Täter seien "hoch konspirativ" vorgegangen und hätten mit "hoher Energie" ihre Planungen verfolgt.
EU-Justizkommissar Franco Frattini begrüßte in einer Bilanz der europaweiten Terrorbekämpfung die Festnahme der drei Terrorverdächtigen in Deutschland sowie von acht Verdächtigen in Dänemark als Erfolg.
Dies sei ein "phantastisches Ergebnis für Europa", sagte er. Vor dem Europaparlament in Straßburg erklärte Frattini, die Europäische Union wolle im Kampf gegen den Terrorismus schärfer gegen die Nutzung des Internets für die Beschaffung von Sprengstoff und kriminelle Zwecke vorgehen. Ein neuer Aktionsplan solle bis November vorgelegt werden, sagte der EU-Justizkommissar.
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![]() 06.09.2007 21:18:24 langsam finde ich unglaublich was hier so geschrieben wird. 'die bibel ist eher ein geschichtsbuch...' ...in der jemand ueber wasser laeuft und wasser in wein verwandelt. richtig ist einfach, wie hier auch schon oefter geschrieben, dass die religion benutzt wird, wie es zum beispiel auch die christen in den kreutzzuegen gemacht haben. dass hat null komma nichts mit religion zu tun - und desshalb finde ich auch schlimm, wie hier staendig auf einer religion rumgetrampelt wird, auch wenn ich selbst nicht glaeubig bin. ![]()
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