Kaliforniens Gouverneur lehnt sich im Streit um Autoabgase gegen Präsident Bush auf - vor Gericht. Selbst Hollywood-Regisseure hätten das nicht besser inszenieren können.

Die ganze Welt kennt den "Terminator" Arnold Schwarzenegger - wenn er die Pumpgun durchlädt, das Kinn vorschiebt und zum Angriff übergeht. Jetzt greift "Schwarzy" erneut an, diesmal als Gouverneur von Kalifornien, und der Gegner ist die US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) in Washington.

Doch in Wahrheit hat der "grüne Gouverneur" mit seiner Klage gegen die EPA, die dem Bundesstaat Kalifornien das entschlossene Vorgehen gegen die Treibhausgase verwehren will, einen viel Mächtigeren im Visier: George W. Bush.

"Der Gouverneur kämpft mit dem US-Präsidenten um die globale Erwärmung", formuliert das ein US-Fernsehkommentator am Freitag. Ein politischer Showdown der besonderen Art deutet sich an.

Selten ist die Entscheidung einer Behörde der Bush-Regierung derart harsch kritisiert worden wie das Verdikt der EPA. Ausdrücklich untersagt das Amt der Regierung in Sacramento ihr ehrgeiziges Vorhaben, die Autoindustrie zu zwingen, bis zum Jahr 2016 den Schadstoffausstoß von Autos um rund 30 Prozent zu senken. Von "Arroganz der Macht" ist bei den Kritikern die Rede, von unverantwortlichem Handeln - von einem "Schlag ins Gesicht" für 16 weitere US-Bundesstaaten mit ähnlichen Plänen.

Offen erörtern US-Medien die Möglichkeit, dass die Entscheidung der Regierung auf Druck "von General Motors & Co" gefallen sei, der mächtigen US-Autoindustrie. Schwarzenegger solle geradezu "wütend und außer sich" gewesen sein, heißt es. "Es handelt sich um einen nicht zu rechtfertigenden Akt der Arroganz der Regierung, der nur als ein Produkt ideologischer Blindheit und politischer Belohnung der Automobilindustrie zu verstehen ist", schreibt die New York Times. Härter geht es nicht.

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