Von Wolfgang Koydl

Der US-Präsident trifft in Bratislava mit Kremlchef Putin zusammen. Und dem gilt es nicht nur Angenehmes zu verklickern.

Bush und Putin im Schnee, AP

Eisiger Empfang: Im dichten Schneetreiben trafen die beiden Staatschef in Bratislava aufeinander. Beide nahmen die Minus-Grade anscheinend gelassen. Foto: AP

Bratislava, 24. Februar – Wer wissen will, warum sich die Präsidenten Russlands und Amerikas ausgerechnet in Bratislava treffen wollten, der lässt sich das am besten von George W.Bush erzählen. Denn dem gefiel die Geschichte offenbar so gut, dass er sie immer wieder zum Besten gab.

Demnach nahm die Sache ihren Anfang eher zufällig an einem sonnigen Dezembertag des Jahres 2001 in Washington, als der slowakische Ministerpräsident Mikulas Dzurinda im Oval Office zu Gast war.

Die Liste der offiziellen Gesprächsthemen war schon abgehakt, als sich Dzurinda schließlich ein Herz fasste und den Chef der Weltmacht rundheraus fragte, ob er nicht mal auf Besuch in die Slowakei kommen wolle: „Wir sind zwar nur ein kleines Land, aber wir haben ein großes Herz“, meinte er bescheiden. Bush gefiel das.

Bush behält die Handschuhe an

„Ich habe ihm gesagt, warum eigentlich nicht“, erinnerte er sich. „Und dann hat er mir noch gesagt, dass ich mich warm anziehen soll, falls ich im Winter kommen sollte.“

Winter ist es tatsächlich geworden, und auch an Dzurindas Rat hat sich Bush gehalten, wenn auch vielleicht ein wenig zu wörtlich, wie protokollbewusste Slowaken verschnupft feststellten.

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