Für 20 Euro in den Tod

    Anschlagsversuch

    25.03.2004, 09:00

    Israelische Soldaten haben im Westjordanland einen geistig behinderten palästinensischen Jungen mit einem Bombengürtel gefasst. Offenbar sollte
    Palästinenser-Junge einen Selbstmord-Anschlag ausführen.

    Der 14-jährige sei an der Kontrollstelle Hawara bei Nablus festgenommen worden, teilte die Armee mit. Sprengstoffexperten hätten den Jungen mit einem ferngesteuerten Robotergerät von dem Gürtel befreit. Die israelische Regierung warf militanten Palästinensern vor, im Nahost-Konflikt zunehmend Kinder einzusetzen.

    Die Soldaten hätten am Mittwoch alle Passanten an dem Kontrollpunkt strikt kontrolliert, berichtete ein palästinensischer Augenzeuge. Der Junge habe sich geweigert, seine Jacke auszuziehen und sei deswegen auf Distanz gehalten worden. Er habe dann gestanden, einen Sprengsatz mit sich zu führen. Der Junge leide am Down-Syndrom. Er sei in Nablus bekannt, weil er oft an Demonstrationen teilnehme.

    Der Kommandant des Wachpostens sagte, der Palästinenser sei auf die Soldaten zugerannt und habe offenbar beabsichtigt, den Sprengstoff zu zünden. Später habe der Spengstoffgürtel in einer kontrollierten Explosion zerstört werden können. Soldaten an dem Kontrollpunkt sagten, die Urheber des versuchten Anschlages hätten dem Jungen 100 Schekel (etwa 20 Euro) gegeben.

    (dpa)

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