China blockiert YouTube wegen Tibet-Videos

    Unruhen in Tibet

    16.03.2008, 13:49

    Was derzeit in Tibet vorgeht, soll in China niemand ungefiltert zu sehen bekommen: Die Regierung in Peking blockiert den Zugang zum Internetportal YouTube, auf dem Videos von den Unruhen auftauchten. Unterdessen gibt es offenbar Tote bei Protesten in China.

    China hat am Sonntag den Zugang zum US-Internetportal YouTube blockiert, nachdem auf der populären Video-Webseite Dutzende von Filmen über die Proteste in Tibet aufgetaucht waren.

    Die chinesischen Behörden verstärken damit ihre Kontrolle darüber, was die chinesische Öffentlichkeit von den Unruhen in Lhasa und protibetischen Protesten im Ausland zu sehen bekommt.

    YouTube ist in China normalerweise leicht zu erreichen. Eine amtliche Mitteilung zur Blockade des Video-Angebots gab es nicht. Ausländische Webseiten werden aber in der Regel umgehend in China geblockt, wenn sie regierungskritische Inhalte verbreiten.

    Chinesische Internetbetreiber sind verpflichtet, die auf ihren Servern vertriebenen Inhalte zu beobachten und gegebenenfalls Selbstzensur zu üben. Es gibt mindestens 210 Millionen Internet-Nutzer in China.

    Polizei erschießt in China drei Tibeter

    Bei anti-chinesischen Protesten sind in China unterdessen nach Augenzeugenberichten mindestens siebenTibeter von der Polizei erschossen worden. Zu den Zusammenstößen kam es während einer Demonstration in der Stadt Ngawa in der Südwest-Provinz Sichuan. Hunderte seien verletzt worden, als paramilitärische Truppen gegen die Demonstranten vorgegangen seien.

    Die Demonstranten hätten versucht, das Gebäude der Bezirksverwaltung und das Polizei-Hauptquartier zu attackieren. Als sie Polizeiwagen angezündet hätten, habe die Polizei auf sie geschossen. Ähnliche Angaben machten zwei Menschenrechtsgruppen, Free Tibet Campaign und das Tibet Zentrum für Menschenrechte und Demokratie, die sich beide auf Augenzeugen beriefen. An den Protesten waren laut Free Tibet Campaign "hunderte Tibeter" beteiligt. In dem Bezirk ist der tibetische Bevölkerungsanteil besonders hoch.

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    Lhasa, Tibet, Protest, dpa
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    (AP/AFP/dpa/ihe)

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