Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger übernimmt in der EU-Kommission das Energieressort. Das teilte Kommissionspräsident Barroso mit.

Günther Oettinger, ddpBild vergrößern

Von Stuttgart nach Brüssel: Günther Oettinger soll Energiekommissar werden. Foto: ddp

Der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger soll in der neuen EU-Kommission das Energieressort übernehmen.

Dies teilte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Freitag in Brüssel mit. Oettinger war von der Bundesregierung für ein Amt in der EU-Kommission nominiert worden.

Wie Barroso weiter mitteilte, wird der Franzose Michel Barnier das wichtige Ressort EU-Binnenmarkt übernehmen. Deutschland und Frankreich hatten im Vorfeld Ansprüche auf diesen Posten erhoben. Kanzlerin Angela Merkel hatte den "ausgewiesenen Wirtschaftsfachmann" Oettinger dafür ins Spiel gebracht. Auch die Franzosen drangen schon lange darauf, das Wirtschaftskommissariat in die Hände zu bekommen. Barnier galt auch deswegen als aussichtsreichster Kandidat, weil sich die Briten ebenfalls für ihn ausgesprochen hatten.

Der Spanier Joaquín Almunia, bisher Wirtschafts- und Währungskommissar, übernimmt das Wettbewerbsressort. Die Niederländerin Neelie Kroes, bisher für den Wettbewerb verantwortlich, wird für Digitalwirtschaft in Europa zuständig sein.

Das vom bisherigen deutschen EU-Kommissar Günter Verheugen verantwortete Ressort Industrie- und Unternehmenspolitik geht an den Italiener Antonio Tajani.

Für Wirtschafts- und Währungspolitik ist künftig der Finne Olli Rehn verantwortlich. Er wird damit auch die Budgets der Mitgliedstaaten überwachen.

"Ich will, dass diese Kommission dafür sorgt, dass Europa aus der Wirtschaftskrise herauskommt", sagte Barroso. "Dies Kommission wird handeln, sie wird nicht um etwas bitten." Er sagte, er sei "sehr zuversichtlich, dass ich die richtigen Leute mit den richtigen Aufgaben betraut habe". Zu den Forderungen vieler Regierungen nach wichtigen Ressorts sagte er: "Ich habe viele Bitten erhalten, aber es war meine Entscheidung."

Die Vorschläge von Barroso müssen nun die Zustimmung der EU-Mitgliedsländer finden, ehe sich die designierten Kommissare dem EU-Parlament stellen müssen. Dort werden sie einer schriftlichen und mündlichen Anhörung unterzogen, in der sie beweisen müssen, dass sie für den Posten geeignet sind. Die europäische Volksvertretung soll Ende Januar über das gesamte Gremium abstimmen.

(dpa/AP/Reuters/sueddeutsche.de/gba)