BKA bestätigt Durchsuchungen
Anti-Terror-Aktion
22.11.2008, 11:31
Das Bundeskriminalamt hat eine Anti-Terror-Aktion durchgeführt. (Foto: dpa)
Bei einer Anti-Terror-Aktion haben Fahnder des Bundeskriminalamtes (BKA) und der jeweiligen Landeskriminalämter in dieser Woche in drei Bundesländern verdächtige Objekte durchsucht. Dies sagte eine BKA-Sprecherin und bestätigte damit einen Bericht der Bild-Zeitung, demzufolge am Donnerstag insgesamt sechs Durchsuchungen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen stattfanden.
Demnach stand die Aktion im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen die sogenannte Sauerlandgruppe und der Beschaffung von Zündern für mögliche Terroranschläge.
Das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet, allein im Raum Braunschweig seien sechs Wohnungen von mutmaßlichen Unterstützern der sogenannten Sauerland-Gruppe durchsucht worden. Darunter seien die Unterkünfte von zwei Serben in Bad Harzburg gewesen. Sie stünden im Verdacht, bei der Beschaffung von 26 militärischen Zündern geholfen zu haben. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Braunschweig habe bei den beiden Männern unter anderem Handys sichergestellt.
Nach einem Bericht des Magazins Focus steht außerdem ein junger Deutscher tunesischer Herkunft aus Wolfsburg unter Terrorverdacht. Die Bundesanwaltschaft leitete dem Bericht zufolge ein Verfahren gegen den 16-jährigen Alaeddine T. ein. Er soll für die Sauerland-Zelle 26 Bombenzünder in einer Schuhsohle aus der Türkei nach Deutschland geschmuggelt haben.
Nach einer Vernehmung im Herbst 2007 hatten die Ermittler T. zunächst als Zeugen eingestuft. Er gab zu, ein paar Herrenschuhe an den Hauptverdächtigen Fritz G. übergeben zu haben. Von den Zündern habe er aber nichts gewusst. Diese Version bezweifeln die Staatsschützer dem Bericht zufolge inzwischen.
Nach gut einem Jahr in türkischer Haft war zuvor der mutmaßliche Terrorhelfer Attila S. nach Deutschland ausgeliefert worden. S. soll als Mitglied der Islamischen Dschihad-Union 26 Sprengzünder für die Sauerland-Zelle besorgt haben, die im September vergangenen Jahres durch die Festnahme von drei Verdächtigen enttarnt wurde.
Fahnder hatten damals im sauerländischen Medebach die beiden zum Islam konvertierten Deutschen Fritz G. und Daniel S. sowie den türkischen Staatsbürger Adem Y. dingfest gemacht und dabei die Zünder gefunden. Die Sauerland-Zelle soll Sprengstoffanschläge insbesondere gegen US-amerikanische Einrichtungen in Deutschland geplant haben. Die drei in Medebach festgenommenen Männer müssen sich deswegen demnächst vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten.
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