Das Rennen in Ohio hat Hillary Clinton für sich entscheiden. Auch in Texas gewann sie nach einer Voraussage des Senders CNN. Die Wähler in den wichtigen Bundesstaaten hielten das Duell zwischen den beiden Demokraten spannend.
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"Niemand ist ins Weiße Haus gekommen, ohne in Ohio zu gewinnen": Hillary Clinton erlebt erneut ein Comeback. In Ohio musste sich ihr Konkurrent Barack Obama geschlagen geben. Foto: AFP
Die US-Senatoren Hillary Clinton und Barack Obama lieferten sich bei der demokratischen Vorwahl im US-Bundesstaat Ohio ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Clinton lag schnell vorne. Nach Auszählung von mehr als 50 Prozent der Wahlergebnisse führte die Senatorin mit 58 Prozent vor Barack Obama (40 Prozent), meldete der Nachrichtensender CNN. Dann erklärte der Sender um kurz vor fünf Uhr MEZ Clinton zur Siegerin. So kam es auch.
Im Clinton-Hauptquartier brandete Jubel auf. "Hillary, Hillary", riefen ihre Fans. Ganz in Rot trat sie dann auf. "Thank you, Ohio", sagte die einstige First Lady mit heiserer Stimme. Dieser Sieg sei für die, die nicht aufgegen.
Man sage ja: "So goes Ohio, so goes the nation". Ihre Kampagne gehe den ganzen Weg. Dieser Staat wisse, wie man einen Präsidenten macht. Niemand sei ins Weiße Haus gekommen, ohne Ohio zu gewinnen.
Zwei Kriege und Rezession - das seien die Herausforderungen für die USA, sagte Hillary Clinton weiter. Die Wähler wollten wissen, wie die Antworten darauf seien. Die Amerikaner bräuchten keine Versprechen mehr, sie bräuchten Lösungen. Die Nation sei bereit für eine umfassende Krankenversicherung und einen wirklichen Champion als Präsidenten.
Clinton gratulierte dem Republikaner John McCain - sie freue sich auf eine substantielle Debatte mit ihm. "Ich habe große Träume für Amerika", rief sie aus. Gemeinsam werde man Hoffnung in die Realität bringen. "God bless you", endete sie, begleitet von ihrer Tochter Chelsea. Clinton wirkte zuversichtlich wie lange nicht mehr.
Clinton und McCain in einem Atemzug
Barack Obama motivierte seine Leute in San Antonio, Texas. Er hatte von seinem Hotelzimmer aus frühzeitig den republikanischen Kandidaten McCain angerufen und ihm zu seinem Sieg gratuliert - verbunden mit dem Zusatz, er freue sich darauf, gegen ihn im Herbst anzutreten.
Egal was passiere - er habe weiter einen klaren Vorsprung bei den Delegierten, erklärte Obama in seiner Rede. Die Demokratie beginne an der Straßenecke, man schreibe ein neues Kapitel in der amerikanischen Geschichte. Die Milliarden für den Irak könnten für Straßen und Schulen in den USA ausgegeben werden. McCain jedoch wolle nur den Kurs von Bush fortsetzen."Wir wollen eine neue Führung in Washington", erklärte Obama - und nannte Clinton und McCain in einem Atemzug.
Sie würden echogleich davon reden, dass es nicht auf Reden, sondern auf Lösungen ankomme. Aber es seien die Menschen, die sich beschwerten und auf deren Worte es ankomme. Er liebe das Land, sagte Barack Obama, und wisse, was er ihm verdanke. Die Welt warte nun darauf, dass Amerika wieder auf den alten Pfad zurückgeführt werde.
"Wir glauben", endete er, und: "Yes, we can."
Es war bei den Wahlen immer das gleiche Bild: In den ländlichen Gebieten lag Hillary Clinton vorn - doch Obama siegte dort, wo die Leute wohnen. In den Städten hatte er deutliche Vorteile. Doch in Ohio und Texas reichte es nicht.
In Texas, einem weiteren Schlüsselstaat, lag Hillary Clinton nach Auszählung von drei Viertel der Stimmen mit 51 Prozent gegen 48 Prozent vorn. CNN erklärte sie zur Siegerin der Primaries. Bei den Caucuses, der Abstimmung der Parteimitglieder, sah es dagegen für Obama gut aus.
In Vermont war die Sache schnell klar: Der US-Staat ging an den Senator aus Illinois. Für Obama war es der zwölfte Sieg in Folge gegen seine Rivalin. Im größtenteils von Weißen und Liberalen bewohnten Vermont lag Obama sowohl bei Männern als auch bei Frauen in der Wählergunst klar vor Clinton, wie Wählernachfragen ergaben. Er bekam eine Mehrheit der Stimmen der Wähler über 65 Jahre, der selbsternannten Demokraten und der Wähler ohne Universitätsabschluss. Auch die Wähler mit einem Jahreseinkommen von weniger als 50.000 Dollar (32.900 Euro) waren auf seiner Seite. In all diesen Gruppen hatte zuvor meist Clinton gepunktet.
Im Bundesstaat Rhode Island dagegen hat sich die Senatorin durchgesetzt. Hillary Clinton gewann hier klar. Es war der erste Sieg für Clinton seit vier Wochen, Obama hatte seitdem zwölfmal bei den Vorwahlen gewonnen.
Vor allem bei den Demokraten hat es nach Angaben der Partei eine Rekordbeteiligung bei den Vorwahlen in allen vier Bundesstaaten gegeben.
(AP/dpa/AFP/gba)




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