Wegen der Verlegung eines sowjetischen Weltkriegsdenkmals ist es in der estnischen Hauptstadt Tallinn zu schweren Ausschreitungen zwischen Polizei und Angehörigen der russischen Minderheit gekommen.
Estlands Hauptstadt Tallinn: Bei den Ausschreitungen ist ein Mensch ums Leben gekommen. Foto: AFP
In der estnischen Hauptstadt Tallinn ist ein umstrittenes sowjetisches Weltkriegs-Denkmal abgebaut worden, wie die Nachrichtenagentur BNS berichtete.
Auf Bildern des estnischen Fernsehens war zu sehen, dass das Denkmal nicht mehr an seinem Platz steht.
Am Donnerstagabend war es wegen der umstrittenen Verlegung des Denkmals zu schweren Ausschreitungen zwischen rund 1.000 Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Protestierenden gehörten der russischen Minderheit des Landes an. Als die Polizei begann, den Platz in der Hauptstadt zu räumen, flogen Steine und Flaschen.
Fenster des nahe gelegenen Büros der Reformpartei von Ministerpräsident Andrus Ansip wurden eingeworfen.
Einige Demonstranten plünderten mehrere Geschäfte in der Umgebung, andere beschädigten mutwillig Läden. Bei den Ausschreitungen ist ein Mensch ums Leben gekommen, rund 50 Menschen wurden verletzt.
Die Regierung will das Monument sowie ein in der Nähe vermutetes Grab von 14 sowjetischen Soldaten verlegen. Die Behörden rechnen während der auf zwei Wochen angelegten Arbeiten mit Protesten.
Das zwei Meter hohe Denkmal wurde 1947 zu Ehren der sowjetischen Streitkräfte nach dem Sieg über Nazideutschland errichtet. Viele Esten sehen darin aber eine Erinnerung an die fünf Jahrzehnte währende sowjetische Besetzung ihres Landes sowie der beiden Nachbarstaaten Lettland und Litauen. Die Verlegungspläne belasten die Beziehungen zwischen Esten und der russischen Minderheit in dem baltischen Land.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete die Verlegung des Denkmals als abstoßend. „Ich denke, das ist Blasphemie“, sagte er. Der stellvertretende russische Ministerpräsident Sergej Iwanow forderte Wirtschaftssanktionen gegen Estland.




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