Kantersieg für CDU-Kandidaten

    OB-Wahlen in Wiesbaden

    12.03.2007, 10:54

    Mühelos hat der CDU-Politiker Helmut Müller die Oberbürgermeisterwahl in Wiesbaden gewonnen. Die SPD hatte die Anmeldung ihres Kandidaten verschlafen.

    Helmut Müller Wiesbaden

    Helmut Müller (CDU) wird neuer OB in Wiesbaden (Foto: dpa)

    Die CDU stellt für weitere sechs Jahre das Stadtoberhaupt der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Der bisherige Stadtbürgermeister Helmut Müller erreichte bei der OB-Direktwahl am Sonntag nach dem vorläufigen Endergebnis 65,6 Prozent der Stimmen.

    Die SPD hatte erstmals bei einer OB-Direktwahl in einer deutschen Großstadt die Anmeldung ihres Kandidaten vergessen. Der SPD-Bewerber und frühere katholische Stadtdekan Ernst-Ewald Roth durfte daraufhin nicht an der Wahl teilnehmen.

    Grüne Kandidatin erzielt zweitbestes Ergebnis

    Von den vier übrigen Bewerbern um das Amt des Oberbürgermeisters schnitt die Wiesbadener Kultur- und Umweltdezernentin Rita Thies von denGrünen mit 25,8 Prozent der Stimmen am besten ab. Auf den Kandidaten der Linken Liste, Peter Silbereisen, entfielen fünf Prozent. Der unabhängige Bewerber Hartmut Schrader und der Kandidat der Bürgerrechtsbewegung Solidarität, Alexander Hartmann, kamen auf jeweils 1,8 Prozent.

     
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    Die Wahlbeteiligung war mit 26,9 Prozent extrem niedrig. Schon im Vorfeld war erwartet worden, dass zahlreiche SPD-Anhänger mangels eines eigenen Kandidaten zu Hause bleiben würden.

    Tausende Stimmen waren ungültig

    Auffällig war die hohe Zahl der ungültigen Stimmen: 4.820 Wähler gaben ungültige Wahlzettel ab. Möglicherweise folgten sie dem Beispiel des kommissarischen Wiesbadener SPD-Chefs Achim Exner. Der frühere Oberbürgermeister hatte angekündigt, er werde den Namen „Roth“ auf den Wahlzettel schreiben und den Wahlschein so ungültig machen. Exner wollte damit gegen die Nichtzulassung des SPD-Kandidaten protestieren.

    Müller ist enger Vertrauter von Roland Koch

    Der designierte Wiesbadener OB Helmut Müller stammt aus Heidelberg. Der Volkswirt arbeitete zunächst als Berater im Bundeskanzleramt. Von 1986 bis 1987 war er persönlicher Referent des damaligen Bundesumweltministers Walter Wallmann (CDU). Als Wallmann 1987 Ministerpräsident von Hessen wurde, folgte Müller ihm nach Wiesbaden und arbeitete dem Regierungschef als Grundsatzreferent zu. Nach dem Ende der Ära Wallmann arbeitete er für die damalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU).

    Anschließend war der verheiratete Vater von drei Kindern bis 1999 für die hessische CDU-Landtagsfraktion tätig. Hier knüpfte Müller enge Bande zum damaligen Fraktionschef Roland Koch, dessen Büro Müller leitete. Als Koch 1999 hessischer Ministerpräsident wurde, blieb der Parteifreund ihm als Büroleiter erhalten. 2003 trat Müller in den Wiesbadener Magistrat ein, zunächst als Stadtkämmerer, später zusätzlich als Wirtschaftsdezernent und seit 2006 als Stadtbürgermeister. Vom derzeitigen Amtsinhaber Hildebrand Diehl (CDU), der in den Ruhestand geht, wird Müller das Amt des Oberbürgermeisters am 30. Juni übernehmen.

    (AP/dpa)

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