Regierung öffnet Arbeitsmarkt für Ausländer
Kabinettsklausur in Meseberg
23.08.2007, 21:58
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Gute Stimmung in Meseberg: Am Donnerstag präsentierte das Kabinett erste Ergebnisse. (Foto: )
Das Warten hat sich dann doch noch gelohnt. Erst schien es, als wollten die Kabinettsmitglieder sich auf ihrer Klausur lediglich zwei nette Tage auf Schloss Meseberg machen - bis dann am späten Abend plötzlich doch noch einige weitreichende Beschlüsse bekannt wurden.
So will die Bundesregierung den Zuzug osteuropäischer Ingenieure in einzelnen Branchen nach Deutschland erlauben, um dem Fehlen von Fachkräften entgegenzutreten. Ingenieure aus den zwölf EU-Beitrittsstaaten sollten so schnell wie möglich den Mangel in bestimmten Bereichen verhindern, hieß es in Regierungskreisen. Für diese jüngst der EU beigetretenen osteuropäischen Länder soll deshalb die Vorrangprüfung wegfallen.
Die Bundesagentur für Arbeit werde beauftragt, in diesen Ländern gezielt nach Ingenieuren insbesondere der Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik zu suchen. Bei ihnen solle nicht mehr geprüft werden müssen, ob die Stelle auch an einen deutschen Arbeitnehmer vergeben werden könnte, der Vorrang hätte. Weitere Branchen sollen noch identifiziert werden, hieß es. Möglichweise können auch Schiffsbauer in den Kreis aufgenommen werden.
Zudem sollen ausländische Studenten, die in Deutschland Examen machen, künftig drei Jahre in ihrem Beruf arbeiten können. Bereits ab 1. Oktober werde die individuelle Vorrangprüfung wegfallen, hieß es. Die Neuregelung soll ohne weitere Einschränkung für alle Studienrichtungen gelten, also auch etwa für Geisteswissenschaftler.
Die Bundesregierung beschloss außerdem die Eckpunkte für ein Klimaprogramm, wie Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) mitteilten. Sie wollen damit den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) bis zum Jahr 2020 um bis zu 36 Prozent gegenüber 1990 senken.
Glos sagte: "Wir wollen die energieeffizienteste Region in der ganzen Welt werden." Das Paket umfasst 30 Punkte, auf die sich Umwelt- und Wirtschaftsminister erst am Tag vor der Klausur in Meseberg geeinigt hatten.
Gabriel erklärte, aus den 30 Punkten würden zunächst diejenigen herausgefiltert die im deutschen Recht umgesetzt werden könnten. Diese sollten in ein oder zwei Gesetzespaketen noch vor der im Dezember beginnenden Klimakonferenz der UNO auf Bali in den Bundestag eingebracht werden.
Einig waren sich die beiden Bundesminister auch, ihr Klimaprogramm alle zwei Jahre auf seine Effizienz hin zu überprüfen. "Wir können nicht auf 13 Jahre gesehen eine Punktlandung hinlegen", sagte Gabriel. Deshalb sei eine regelmäßige Überprüfung des Programms notwendig.
Die Bundesregierung bekräftigte zudem ihr Ziel, bis 2010 ihre Ausgaben für Bildung und Forschung auf drei Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt, der Summe aller Wirtschaftsleistungen in Deutschland, zu erhöhen. Dazu sei nach heutigem Stand eine Ausgabensteigerung von 55 Milliarden im Jahr 2005 auf 79 Milliarden im Jahr 2010 nötig.
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![]() 27.08.2007 02:12:08 yanasa: eierlegende Wollmilchsau Die Fachkräfte in Deutschland wären wohl zum größten Teil vorhanden, wenn die Unternehmen nicht die eierlegende Wollmilchsau für eine simple Sachbearbeiterposition suchen würden. Oft sind die Voraussetzungen dafür, um überhaupt Sachbearbeiter werden zu können, ein abgeschlossenes technisches Studium und mindestens zwei Fremdsprachen. Aber die tatsächliche Aufgabe ist dann: Datenerfassung (!). Das kann eigentlich jeder Straßenköter nach einer zweiwöchigen Anlernphase (Achtung: bitterer Sarkasmus!) Das Ergebnis? Frustrierte Fachkräfte, die ins Ausland abwandern. Und nun die Lösung: Wir holen uns wiederum Techniker und Ingenieure (diesmal aus dem Osten), setzen sie auf einen Sachbearbeiterposten und lassen sie 8 Stunden am Tag Zahlenreihen in den Computer tippen. Auf die Idee, die Perspektive wieder zurecht zu rücken, damit Unsummen von Personalkosten zu sparen (Ingenieure sind halt ein wenig teurer) und vom Jugend- und Akademikerwahn wieder abzurücken kommt wohl niemand. Es ist nicht zwingend nötig, einen Datentypisten mit Universitätsabschluss einzustellen! Dieser Akademiker fühlt sich auf einem 'echten' Ingenieursarbeitsplatz unter Garantie wohler! Und Menschen, die nicht das Glück hatten studieren zu können oder dürfen, sind ebenso sinnvoll als Sachbearbeiter untergebracht und erhalten so eine Chance, sich erfolgreich in den Arbeitsmarkt einzubringen. (ja, mir ist klar, das meine o.g. Aussagen nicht 100%ig zutreffen, aber in gut 90% der Fälle m.E. zutreffend) ![]()
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