Gen-Exporte: EU setzt sich gegen USA durch

    Strengere Richtlinien

    27.02.2004, 15:58

    Die Delegierten der UN-Konferenz über Biosicherheit in Malaysia haben sich auf eine Kennzeichnung von Nahrungsmittel-Exporten geeinigt. Gegen den Willen Washingtons muss in Zukunft erkennbar sein, ob die Produkte gentechnisch verändert wurden.

    Im Streit mit den USA um gentechnisch veränderte Lebensmittel haben die europäischen Staaten am Freitag einen wichtigen Sieg errungen.

    Nach der Einigung müssen künftig alle Nahrungsmittelexporte mit einem Aufdruck versehen sein, der den wissenschaftlichen Namen sowie die Merkmale der darin enthaltenen GVOs zeigt. Die USA hatten sich strikt gegen eine solche Kennzeichnung ausgesprochen.

    Die Europäische Union zeigte sich erfreut über die Einigung. „Wir sind zufrieden, wir haben unsere Ziele erreicht“, sagte Christoph Bail von der Europäischen Umweltkommission.

    Der malaysische Umweltminister Law Hieng sprach von einem „historischen Ereignis“. Nach Ansicht von Beobachtern wird die Vereinbarung die USA künftig zu mehr Transparenz zwingen, um die Behörden in Europa, Afrika und Asien von der Sicherheit ihrer Produkte zu überzeugen.

    Die USA kritisierten das Abkommen als voreilig und erklärten, es könne dem Welthandel schaden. Die US-Delegation durfte auf der fünftägigen Konferenz in Kuala Lumpur zwar an den Gesprächen teilnehmen. Von der Entscheidungsfindung war sie jedoch ausgeschlossen, da Washington das so genannte Protokoll von Cartagena über die Sicherheit von Umwelt und Gesundheit beim Export von GVOs nicht unterzeichnet hat.

    Der 2000 im kolumbianischen Cartagena geschlossene Vertrag trat im September in Kraft und wurde inzwischen von 86 Staaten und der EU ratifiziert.

    (AP)

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