Wolfgang Clement bleibt in der SPD - der Streit schwelt weiter: Ex-Generalsekretär Benneter wettert, Clement hätte vor der Hessen-Wahl die "Arschbacken zusammenkneifen" müssen.

ClementBild vergrößern

Er bleibt uneinsichtig: Wolfgang Clement hält die Partei-Rüge für "unangemessen und falsch" Foto: ddp

Harsche Kritik von einem ehemaligen Parteirebellen: Vor mehr als drei Jahrzehnten wurde Klaus-Uwe Benneter, damals Linksaußen, aus der SPD ausgeschlossen.

Doch nun attestiert sogar er seinem Parteikollegen Wolfgang Clement, der SPD mit seinen Äußerungen im hessischen Wahlkampf "einen schweren Schaden zugefügt“ zu haben.

Im Gespräch mit der Leipziger Volkszeitung meinte Benneter zu Clements Kritik während des hessischen Wahlkampfes: "Sein Verhalten war ein klarer Verstoß gegen den Grundsatz innerparteilicher Solidarität."

Besonders in Wahlkampfzeiten müsse man eben "auch mal die Arschbacken zusammenkneifen, wenn man anderer Auffassung ist." Gerade in solchen Zeiten wisse doch jeder, welche Äußerungen der ganzen SPD schaden können.

"Da sollte man diszipliniert genug sein, um auch einmal still halten zu können. Dass Wolfgang Clement das nicht geschafft hat, hat ihm nun eine berechtigte Rüge eingebracht“, so Benneter.

Benneter nimmt Ypsilanti in Schutz

Zugleich verteidigte er die kritisierte ehemalige SPD-Spitzenkandidatin in Hessen, Andrea Ypsilanti. Die SPD habe den Kurs mit übergroßer Mehrheit getragen.

"Andrea Ypsilanti hat nicht gegen die Grundsätze der Partei verstoßen. Und unterschiedliche Auffassungen muss man ertragen."

Er selbst sei 1977 stellvertretend für die Mehrheit bei den Jusos ausgeschlossen worden, meinte Benneter. "Ich war seinerzeit noch jung genug, um auch später wieder in der SPD Furore zu machen."

Benneter hatte den Status der Jungsozialisten als SPD-Nachwuchsorganisation in Frage gestellt. 1983 wurde er wieder in die Partei aufgenommen - und schaffte es danach noch bis zum Vertrauten von Kanzler Gerhard Schröder und zum SPD-Generalsekretär.

Unterdessen kritisierte Wolfgang Clement die Rüge, die ihn am Montag die Schiedskommission der Bundespartei erteilt hatte, im Handelsblatt als "unangemessen und falsch." Zugleich erneuerte der 68-Jährige seine Kritik an der Energiepolitik der hessischen SPD.

(sueddeutsche.de/dpa/cgu/odg)