Papst Benedikt XVI. hat die Exkommunikation von Richard Williamson aufgehoben. Der Holocaust-Leugner hatte erst am Mittwoch beteuert: "Ich glaube, dass es keine Gaskammern gegeben hat." Nicht nur Juden protestieren.

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Was geht in ihm vor? Der Papst bei einem Gebet in Rom. (Foto: Reuters)

Ungeachtet jüdischer Proteste hat Papst Benedikt XVI. einen ehemaligen Bischof rehabilitiert, der den Holocaust leugnet. Wie der Vatikan am Samstag mitteilte, hob der Papst mit einem Dekret die Exkommunizierung von vier katholischen Bischöfen aus dem Jahr 1988 auf, die ohne Zustimmung des Vatikans geweiht worden waren.

Unter ihnen ist auch der Brite Richard Williamson, der wiederholt das volle Ausmaß des Völkermords an den Juden während des Nationalsozialismus leugnete. So hatte er zuletzt am Mittwoch im schwedischen Fernsehen gesagt: „Ich glaube, dass es keine Gaskammern gegeben hat.“ Zudem behauptete er, in den deutschen Konzentrationslagern seien nicht sechs Millionen Juden getötet worden, sondern lediglich bis zu 300.000.

Damit droht den katholisch-jüdischen Beziehungen einer der schwersten Schäden seit 50 Jahren. Roms Chefrabbiner befürchtete, die Rehabilitation Williamsons werde "eine tiefe Wunde" aufreißen. Die Dachorganisation der jüdischen Organisationen in Frankreich nannte Williamson einen "abscheulichen Lügner, dessen einziges Ziel es ist, den jahrhundertealten Hass gegen Juden zu schüren."

Die Bewegung "Wir sind Kirche" erklärte, die Aufhebung der Exkommunikation zeige "die rückwärtsgewandte Ausrichtung" des Pontifikats von Benedikt XVI. und warnte davor, Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils rückgängig zu machen.

Gewagte Vergleiche

In Israel war vor knapp zwei Wochen der Vergleich des Gazastreifens mit einem Konzentrationslager durch einen hochrangigen Papst-Berater auf scharfe Kritik gestoßen. Kardinal Renato Martino hatte in einem Interview gesagt: "Es ist immer die schutzlose Bevölkerung, die den Preis bezahlt. Schauen wir uns die Lebensbedingungen im Gazastreifen einmal an: Das ähnelt immer mehr einem riesigen Konzentrationslager." Ein Sprecher des Außenministeriums in Jerusalem erklärte daraufhin, das Vokabular Martinos sei schockierend und gleiche der Propaganda der radikal-islamischen Hamas.

(Reuters/woja)

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Leserkommentare (60)



02.02.2009 14:50:54

Moderator (sueddeutsche.de): @Peter27

Lieber User,

wenn Sie jemandem Arroganz und grenzenlose Selbstüberschätzung vorwerfen, ist das schon ein rauher Ton. Das gleiche ließe sich weniger konfrontativ für die sich dem Vatikan verbunden fühlenden User ausdrücken, finden Sie nicht?

Beste Grüße,

Ihr Moderator

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