Am Tag der Präsidentenwahl sperrt Islamabad eine der wichtigsten Strecken für die Versorgung der Afghanistan-Truppen - als Reaktion auf einen US-Bodenangriff.
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Wegen des US-Bodenangriffs war es am Freitag im pakistanischen Lahore zu Protesten gekommen. Foto: AFP
Aus Protest gegen einen US-Bodenangriff auf seinem Gebiet hat Pakistan eine der Hauptversorgungsrouten für die Nato-Truppen in Afghanistan geschlossen. Verteidigungsminister Chaudhry Ahmed Mukhtar sagte im Fernsehen, die Regierung mache damit deutlich, wie ernst sie den Vorfall nehme.
Die Grenztruppen seien angewiesen worden, die Öllieferungen an die Nato-Truppen am Grenzübergang Torkham nahe Peschawars aufzuhalten, sagte ein hochrangiger Behördenvertreter vor Ort. An dem zweiten wichtigen Grenzübergang für die Truppenversorgung, Chaman, konnten die Lieferungen dagegen ungehindert passieren. Von dort werden vor allem die internationalen Truppen im umkämpften Süden Afghanistans versorgt.
Bei dem Angriff waren 20 Menschen getötet worden, darunter auch Frauen und Kinder. Die pakistanische Regierung hatte empört darauf reagiert. Auch Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hatte die USA bei einem Besuch in Pakistan ungewöhnlich offen kritisiert und einen Stopp solcher Angriffe verlangt.
Mit dem offiziell von den USA nicht eingeräumten Bodenangriff hatte das US-Vorgehen eine neue Qualität erreicht. Zuvor war allerdings bereits mehrfach von Luftangriffen durch ferngesteuerte US-Drohnen berichtet worden. Pakistanische Regierungsvertreter haben gewarnt, die Angriffe brächten die Bevölkerung gegen den Anti-Terror-Kampf auf und seien kontraproduktiv.
Ein anderer pakistanischer Behördenvertreter hatte zuvor gesagt, die Grenze bei Torkham sei aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Die Regierung müsse erst Truppen zusammenziehen, um die Autobahn zu schützen. Erst dann könnten die Transporte wieder rollen.
Das Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan gilt als Hauptrückzugsraum der radikal-islamischen Taliban, die die afghanische Regierung in Kabul bekämpfen.
Unterdessen hat im pakistanischen Parlament die Wahl eines neuen Präsidenten begonnen. Angesichts der klaren Mehrheitsverhältnisse gilt ein Sieg von Asif Ali Zardari als gesichert. Zardari ist der Führer der Volkspartei (PPP) und Witwer der ermordeten früheren Ministerpräsidentin Benazir Bhutto.
(AP/gal)
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