Sirene Lafontaine
Vom Umgang mit der Linken
07.07.2007, 14:17
Oskar Lafontaine verspricht eine bessere Welt und ernet dafür Sympathien (Foto: ddp)
Gegen den Gesang der Sirenen behalf sich der Sage nach jeder auf seine Weise. Orpheus übertönte die Damen mit eigenem Liedgut. Odysseus, in die Flaute vor die Insel der todbringenden Verführerinnen geraten, verklebte seinen Leuten die Ohren mit Wachs und ließ sich an den Mast des Schiffes binden. Er wusste von der Gefahr und dem süßen Schein - und zerrte doch an den Fesseln: "Mir schwoll das Herz im Busen vor Begierde."
Odysseus kam bekanntlich durch. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat das noch nicht geschafft. An Bord der SPD, unter ihren Wählern und bei den Gewerkschaften schwillt vielen auch das Herz vor Begierde. Und sie geben ihr in Scharen nach. Oskar Lafontaine verspricht eine bessere Welt auf Erden, eine Welt ohne Hartz IV, ohne Rentenkürzungen, ohne Kriege, ohne Nato und ohne Terror. Was der SPD bisher als Antwort darauf einfällt, was im Grunde allen Parteien dazu einfällt, ist enttäuschend wenig. Sie verteufeln, sie ächten, sie schmähen. Und je mehr sie das machen, umso schneller laufen die Sympathisanten über.
Die Existenz der Linken, ihr bis auf weiteres fester Platz im parlamentarischen Spektrum muss von allen Parteien als Tatsache akzeptiert werden. Es gibt offenbar einen hinreichenden Resonanzboden für diese Art von Totalopposition. Die verschärften Bedingungen für den Sozialstaat und tatsächliche Unwuchten im Verteilungsgefüge weisen der Linken einen politischen Platz zu.
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Man mag es sich anders wünschen, zu ändern ist es nicht. Die Auseinandersetzung muss daher auf einer anderen Grundlage als bisher geführt werden. Jede Partei auf demokratischer Basis - früher hätte man gesagt, auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung - wird mit den Mitteln des normalen politischen Konkurrenzkampfes behandelt. Auch die Linke. Sie ist nicht weniger eine demokratische Partei als die anderen im Bundestag vertretenen auch. Sie ist bloß eine weniger seriöse Partei. An dieser Stelle muss man sie treffen.
Die erste Lehre aus dieser Erkenntnis heißt: Schluss mit dem Versuch der Ignorierung, Schluss mit der kindisch wirkenden Behandlung Lafontaines als Unperson. Je normaler die Linke behandelt wird, desto normaler wird sie werden. Das heißt auch: Umso größer ist die Chance, sie auf Normalmaß zu schrumpfen und von ihren beinahe 15 Prozent in den Umfragen herunterzuholen.
Bewusst muss den seriösen Parteien sein: Der politische Wettstreit mit der Linken erfolgt asymmetrisch. Der Gegner dieser Partei muss noch mehr als sonst die ungeschriebenen Gesetze eines redlichen Umgangs wahren und darf gerade nicht in die Trickkiste greifen, aus der Lafontaine sich ungeniert bedient.
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![]() 09.07.2007 19:48:43 Newbie8: Warum liebe Süddeutsche .... .. lassen Sie einen solchen Jurnalisten für Ihre gute Zeitung schreiben. Werden Sie gezwungen? Herr Schwennige hat seine ganz eigene Meinung und mit Ansichten den Bundestag nach US Vorbild umzubauen davon halte ich rein gar nichts. Möchte gerne des Herrn seine Kontoauszüge sehen von wem er gesponsert wird. www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/976/87889/ Hat er mal bei der BILD Zeitung gearbeitet? Wer den Zusammenschluß von CDU und CSU wünscht ist doch wohl sehr konservativ, oder? Und ihn stört das immer quäkende Bayern. Deshalb eine Führung. Warum schreiben Sie nicht für die FAZ? ![]()
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