Vor der Wahl im bevölkerungsreichsten Bundesland geht bei den Sozialdemokraten die Angst um. SPD-Vordenker Glotz fürchtet den Sturz des Kanzlers. Der Parteilinke Schreiner schlägt indes eine Zerlegung des Super-Ministeriums von Wolfgang Clement vor.

Gerhard Schröder am 18. Mai, ReutersBild vergrößern

Gerhard Schröder im Mai 2005 Foto: Reuters

SPD-Bundesgeschäftsführer Peter Glotz hält einen Rücktritt von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nach einer verlorenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen nicht für ausgeschlossen.

„Die SPD kann sich selbst ein Bein stellen. Und wenn bei diesem Prozess der Bundeskanzler beschädigt wird, darf man sich nicht wundern, wenn er das irgendwann nicht mehr mitmacht“, sagte Glotz der Neuen Presse in Hannover.

Er zeigte sich vor allem besorgt, dass im Falle einer Wahlniederlage „die Parteilinken ihre Themen hervorkehren wollen“. Zudem müssten Schröder und der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering aufpassen, „dass sich nicht vier oder fünf Abgeordnete um Ottmar Schreiner zu einer Dissidenten-Fraktion zusammentun.

Dann wäre der Laden geplatzt, weil es keine rot-grüne Mehrheit mehr im Bundestag gäbe“, sagte Glotz.

Der SPD-Linke Schreiner sprach sich unterdessen für einen Neuzuschnitt des Ministeriums von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) aus.

„Eine Aufteilung in ein Arbeits- und Wirtschaftsministerium ist sinnvoll“, sagte der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen der Welt. Er verspreche sich davon neue Impulse für die Arbeitsmarktpolitik.

(sueddeutsche.de/AFP)