Der Ton wird rauher: Im Machtkampf um die Nachfolge von Edmund Stoiber sieht sich Vizeparteichef Seehofer als Opfer einer parteiinternen Kampagne - und setzt zur Gegenattacke auf Generalsekretär Söder an.
Horst Seehofer: "Ich habe meine Glaubensüberzeugung und behalte sie." Foto: AP
CSU-Vize Horst Seehofer sieht sich nach Berichten über sein Privatleben als Opfer einer parteiinternen Kampagne.
„Nach allem, was mir an Informationen vorliegt, wollen bestimmte Leute mich als Person und Politiker beschädigen. Dies ist erstmals erkennbar geworden, als ich mein Interesse am CSU-Vorsitz angemeldet habe“, sagte Seehofer dem Münchner Merkur.
„Das ist keine Medienkampagne, sondern sie wird von bestimmten Leuten gespeist.“
Der Bundesagrarminister bewirbt sich ebenso wie Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber um das Amt des CSU- Parteivorsitzenden.
Vor einem Monat waren in den Medien erstmals Berichte über eine außereheliche Affäre Seehofers aufgetaucht. Scharfe Kritik übte Seehofer an CSU-Generalsekretär Markus Söder.
Dieser hatte sich auf die Seite Hubers gestellt und erklärt, Seehofer habe in der Partei echte Gegner. „Ich halte nichts davon, mit anonymen Behauptungen Stimmung zu machen. Das ist nicht die Fairness, die ich mir in einem parteiinternen Wettbewerb wünsche. Das ist unfair“, sagte Seehofer.
Die Kritik des Kölner Kardinals Joachim Meisner an seinem Privatleben will Seehofer indes nicht kommentieren. „Ich habe meine Glaubensüberzeugung und behalte sie, das ist für mich der Kompass“, sagte der praktizierende Katholik.
Zugleich zeigte der Bundesagrarminister Verständnis für kritische Anmerkungen der CSU-Frauen-Union zu seinem Privatleben. Für diese „Skepsis und die Fragen“ habe er „absolut Verständnis“, sagte Seehofer der Rheinischen Post.
„Mein Handicap ist nun einmal, dass ich Privatsachen nicht öffentlich erörtern möchte und nur im Vier-Augen-Gespräch darlegen kann“, beklagte Seehofer. Das wolle er allerdings auch nicht ändern.
Seehofer gab sich zuversichtlich mit Blick auf eine denkbare Zusammenarbeit mit Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) als künftigem Ministerpräsidenten. „Günther Beckstein und ich arbeiten komplikationsfrei miteinander.“
Das werde in den Turbulenzen dieser Wochen gerne übersehen. Seehofer fügte hinzu: „Wir hätten die Chance, dass wir uns dem Spitzen-Wahlergebnis von 2003 wieder nähern können. Für mich ist das Ziel realistischer, als sich einfach nur an 50 Prozent zu orientieren.“




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