Im Griff der Propaganda

    Olympische Spiele in Peking

    24.03.2008, 17:26

    Ein Kommentar von Thomas Hahn

    Die Spiele sind schon jetzt fest im Griff der Pekinger Propaganda. Das sieht man schon daran, dass die Spiele-Organisatoren die olympische Friedens-Staffel weiterhin ohne Skrupel durch das tibetische Krisengebiet schicken wollen.

    Olympische Spiele

    Die Entfachung des olympischen Feuers in Olympia wurde zelebriert. Der eiserne Griff der Pekinger Propaganda wurde einmal mehr deutlich spürbar. (Foto: Reuters)

    Die Frage, ob Chinas Menschenrechtspolitik einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking nach sich ziehen sollte, stellt sich jede Woche neu.

    Deswegen hat Hans-Gert Pöttering, der Präsident des Europäischen Parlaments, recht, wenn er einen solchen Boykott nicht ausschließt, falls "Signale der Verständigung" zwischen China und dem Dalai Lama ausblieben. Dennoch kann ein Boykott nur die letzte Wahl sein für den Fall, dass der Tibet-Konflikt weiter eskaliert.

    Die Gefahr ist zu groß, dass China und die demokratische Welt sich noch mehr entfremden. Wie China auf Kritik reagiert, hat ja erst Nancy Pelosi, die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, nach ihrem Besuch beim Dalai Lama erfahren.

    Olympische Spiele in China - wie sollen Demokratien reagieren?


    Chinas Regierung schimpfte, Pelosi habe "gegenüber gnadenlosen Randalierern ein Auge zugedrückt". Eines ist allerdings auch klar: Das Argument der Boykottgegner, die Spiele würden den Menschenrechten in China dienen, ist schwach.

    Viele Sportler denken über Protest-Aktionen bei den Spielen nach. Das Internationale Olympische Komitee hingegen beharrt auf seiner unpolitischen Haltung und droht den Athleten unterschwellig mit seiner Charta, die politische Demonstrationen verbietet. China kontrolliert weiter den Nachrichtenfluss und bleibt unbeeindruckt von allen Protesten.

    Die Spiele sind schon jetzt fest im Griff der Pekinger Propaganda. Das sieht man schon daran, dass die Spiele-Organisatoren die olympische Friedens-Staffel weiterhin ohne Skrupel durch das tibetische Krisengebiet schicken wollen.

    Olympia stärkt die Menschenrechte in China genauso wie jeder andere Geschäftsgang eines Unternehmens ins Reich der Mitte: überhaupt nicht.

    (SZ vom 25.03.2008/gba)

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    Leserkommentare (29)



    28.03.2008 14:19:09

    Tagtraeumer007: Trennung von Sport und Politik ja, aber die olympischen Spiele sind ja auch Pollitik

    Also die Olympischen spiele gehören eher zur Pollitik als zum Sport. Kernpunkt mag zwar der sportliche Wettkampf sein, aber wer denkt das die olympischen Spiele nichts mit Politk zu tun hat oder haben soll braucht wohl in Geschichte bischen Nachhilfe.

    Für Sportler und Sportfanatiker gibts die EM, WM und dazu noch PayTV.

    Ich empfinde vorrangig die olympischen Spiele als ein Symbol für den Frieden, wo gezeigt wird das Konflikte auch ohne Gewalt, Terror und Zerstörung, sondern nur durch den sportlichen Wettkampf beigelegt werden können bzw zumindest sollten.

    Wen eine politische Instititon darüber einfach hinweg sieht und dann auch noch so dreist sind sich für die spiele zu bewerben, weiß ich ehrlich gesagt nicht welchen Grund man dan sie nicht Boykotieren sollte?


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