Die drei mutmaßlichen Anschlagsplaner der sogenannten Sauerland-Gruppe bleiben in Untersuchungshaft. Die beiden Konvertiten und der türkische Mann hatten große Mengen Chemikalien gehörtet.
Die Männer stünden weiter unter dringendem Verdacht, im Herbst 2007 einen Sprengstoffanschlag vorbereitet zu haben, teilte der Bundesgerichtshof am Donnerstag nach einem Haftprüfungstermin in Karlsruhe mit. Zugleich drängten die Richter auf eine zügige Anklageerhebung, da die Beweislage schon jetzt relativ klar sei.
Andernfalls könne die Dauer der Untersuchungshaft unverhältnismäßig werden, warnten sie. Die Polizei hatte die beiden deutschen Konvertiten Fritz G. und Daniel S. sowie den Türken Adem Y. im September im Sauerland festgenommen. Sie hatten große Mengen Chemikalien gehortet und sollen damit einen schweren Anschlag in Deutschland vorbereitet haben.
Der Verteidiger des Hauptverdächtigen G. erklärte, er erwarte noch vor den Sommerferien eine Anklage. Die Bundesanwaltschaft dagegen äußerte sich skeptisch. "Vor den Sommerferien würde mich das eher wundern", sagte ihr Sprecher Frank Wallenta.
Die Behörde bemühe sich zwar, so schnell wie möglich Anklage zu erheben. Bei den mutmaßlichen Kofferbombern habe aber ein Jahr zwischen Tat und Anklageerhebung gelegen.
Offen ließ der Oberstaatsanwalt, welches Gericht dann verhandeln soll. Denkbar wären Stuttgart oder Düsseldorf: G. hatte im baden-württembergischen Ulm gewohnt, festgenommen wurden die mutmaßlichen Anschlagsplaner aber in Nordrhein-Westfalen.


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