Zapatero: Soldaten werden aus dem Irak abgezogen

    Nach der Wahl in Spanien

    15.03.2004, 10:11

    Nach dem Wahlsieg der Sozialisten verliert US-Präsident Bush einen Partner in der "Koalition der Willigen": Parteichef José Luis Rodriguez Zapatero will die spanischen Einheiten nach Hause holen.

     
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    Der bisherige konservative Ministerpräsident Aznar hatte sich im Irak-Konflikt auf die Seite der USA und gegen den Willen des eigenen Volkes gestellt.

    Zapatero erklärte in einer Pressekonferenz, er stehe zu seiner Zusage, die spanischen Truppen aus Irak abzuziehen. Der Spitzenkandidat der Sozialisten (PSOE) hatte den Krieg gegen Irak im Wahlkampf heftig kritisiert.

    Außerdem will er Spanien wieder stärker an die europäischen Partner Frankreich und Deutschland annähern, die gegen den Irak-Krieg gewesen waren.

    „Es ist offensichtlich, dass ich die Beteiligung unseres Landes (am Irak-Krieg) als einen Fehler betrachte“, sagte Zapatero. „Ich denke, die militärische Intervention war ein politischer Fehler für die internationale Ordnung, für die Kooperation und die Verteidigung der USA.“

    Ein konkretes Datum für den Abzug der 1300 Soldaten wollte er nicht nennen. Dies solle erst folgen, wenn er formell eine Regierung gebildet habe und in einigen Wochen als Ministerpräsident vereidigt sei. Ein PSOE-Sprecher sagte, falls die Friedensoperation in Irak unter UN-Kontrolle gestellt würde, könnten die spanischen Soldaten bleiben.

    Rund 90 Prozent der Spanier hatten die Entscheidung im vergangenen Frühjahr abgelehnt. Soldaten in den Irak zu senden. Millionen waren gegen den Krieg auf die Straßen gegangen.

    Unter dem Eindruck der Terroranschläge von Madrid dürfte auch dies viele Wähler dazu bewogen haben, für die Sozialisten (PSOE) zu stimmen. Nach Ansicht vieler Spanier hatte Aznar das Land mit seinem proamerikanischen Kurs zum Ziel von Anschlägen islamischer Terroristen gemacht.

    (AP)

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