Venezualas Präsident Chávez glaubt, die CIA wolle ihn umbringen - vor ein paar Tagen klang er mit Blick auf Barack Obama noch ganz anders.

Venezuela Hugo Chavez Reuters

Poltert mal wieder: Venezuelas linkspopulistischer Staatschef Hugo Chávez. (Foto: Reuters)

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat dem amerikanischen Geheimdienst vorgeworfen, hinter einer angeblichen Verschwörung für seine Ermordung zu stecken.

Chávez hatte geplant, an der Amtseinführung des linksgerichteten Präsidenten von El Salvador, Mauricio Funes, am Montag teilzunehmen, seine Reise wegen Sicherheitsbedenken dann jedoch kurzfristig abgesagt.

"Ich habe keinen Zweifel, dass die Geheimdienste der USA dahinter stecken", sagte Chávez am Dienstag. Der venezolanische Geheimdienst habe "sehr präzise Informationen", wonach geplant gewesen sei, sein Flugzeug mit Raketen zu beschießen.

Als Täter sei der militante kubanische Fidel-Castro-Gegner, Luis Posada Carriles vorgesehen gewesen. Venezuela hat die USA aufgefordert, Posada auszuliefern. Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 1976 einen Bombenanschlag auf ein kubanische Flugzeug in Venezuela geplant zu haben, bei dem 73 Menschen getötet wurden. Der 81 Jahre alte Posada bestreitet eine Verwicklung.

Chávez hat den USA bereits mehrfach vorgeworfen, seinen Sturz oder einen Einmarsch in Venezuela zu planen. Die USA haben solche Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Lenin für Obama

Vor wenigen Tagen waren aus Caracas noch freundliche Töne in Richtung Washington gedrungen. Da hatte Hugo Chávez nach eigenen Worten ein neues Buch entdeckt, dass er US-Präsident Barack Obama schenken wollte: "Was tun?", ein Titel von Wladimir Iljitsch Lenin verfasst, dem Revolutionär, dem kommunistischen Säulenheiligen, dem Begründer der Sowjetunion.

Er werde es Obama beim nächsten Treffen geben, kündigte Chávez an. In „Was tun?“ beschreibt Lenin seine Gedanken zur Verbreitung des revolutionären Bewusstseins in der Arbeiterklasse. Es erschien 1902 und damit mehr als ein Jahrzehnt vor der Machtübernahme der Bolschewisten in Russland.

Bei ihrem ersten Treffen im April hatte Chávez Obama das Buch "Die offenen Adern Lateinamerikas" von Eduardo Galeano übergeben. Das Buch, das die Folgen der Kolonialherrschaft in Lateinamerika beschreibt, stieg danach sofort auf Platz zwei der Verkaufsliste bei Amazon.

(sueddeutsche.de/AP/odg/liv)

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Leserkommentare (59)



03.06.2009 18:51:18

realewelt:

@ 'Ein CIA-Anschlag auf Chavez ist vor allem deswegen unglaubwürdig, weil ein US Gesetz von 1976 es US Geheindiensten verbietet, Mordanschläge durchzuführen.'

Dieser Post ist echt lustig - kann man tatsächlich so naiv sein oder agitiert hier jemand aus den genannten Kreisen?


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