Ein Großteil der Deutschen sieht das demokratische System der Bundesrepublik mit Skepsis. Noch geringer ist jedoch das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft.

Im Zentrum der Demokratie: der Deutsche Bundestag, der seit 1999 seinen Sitz im Berliner Reichstagsgebäude hat.

Im Zentrum der Demokratie: der Deutsche Bundestag, der seit 1999 seinen Sitz im Berliner Reichstagsgebäude hat. Foto: dpa

Nur 60 Prozent der Deutschen haben nach einer Umfrage Vertrauen in das demokratische System der Bundesrepublik. Im Osten gilt das nicht einmal mehr für die Hälfte der Befragten (44 Prozent), im Westen immerhin noch für knapp zwei Drittel (64 Prozent), wie eine Erhebung für die Leipziger Volkszeitung ergab.

Noch geringer ist das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft. Nur knapp jeder Zweite (48 Prozent) baut darauf. Das gilt in etwa auch im Westen (51 Prozent). Im Osten glaubt nur jeder Dritte (33 Prozent) an das Funktionieren der sozial ausgewogenen Marktwirtschaft.

Auffällig ist, dass jüngere Menschen von 18 bis 29 Jahren in Ost wie West wesentlich mehr Vertrauen in die Demokratie und die soziale Marktwirtschaft haben als ältere.

Die Umfrage lässt auch Skepsis vieler Menschen gegenüber gesellschaftlichen Institutionen erkennen. So bekamen die Kirchen nur von 53 Prozent das Vertrauen ausgesprochen, die Gewerkschaften von 41 Prozent. Am Ende der Skala finden sich die Bundesregierung, auf die nur 38 Prozent setzen, und die Parteien im Bundestag, zu denen nur 22 Prozent Vertrauen haben.

Das Leipziger Institut für Marktforschung hatte für die Zeitung vom 7. bis 11. April insgesamt 1006 repräsentativ ausgewählte Erwachsene aus ganz Deutschland interviewt, etwa je die Hälfte aus Ost und West. Die Ergebnisse wurden entsprechend dem Bevölkerungsanteil gewichtet.

(dpa/plin/gal)