24. Dezember 2012, 15:10 Treffen von Putin und Singh in Neu Delhi Indien und Russland vereinbaren Rüstungsgeschäfte in Milliardenhöhe

Indien ist wichtigster Kunde für russische Waffenexporte - nun haben beide Länder Rüstungsgeschäfte in Höhe von umgerechnet 2,2 Milliarden Euro abgeschlossen.

Russland und Indien haben am Montag Rüstungsgeschäfte in Höhe von umgerechnet 2,2 Milliarden Euro abgeschlossen. Dies meldeten russische Nachrichtenagenturen nach einem Treffen von Russlands Präsident Wladimir Putin mit dem indischen Regierungschef Manmohan Singh in der Hauptstadt Neu Delhi.

Einer Liste des indischen Außenministeriums zufolge wurde ein 2010 unterzeichneter Vertrag über die Lieferung von 59 russischen Militärhubschraubern des Typs Mi-17B an Indien auf 71 Exemplare erweitert.

Zudem bekräftigten die beiden Politiker einen im vergangenen Jahr beschlossenen Vertrag über die Lieferung russischer Teile zum Bau von 42 Kampfjets des Typs Suchoi 30-MKI in Indien.

"Wir stimmen überein, die traditionell enge Zusammenarbeit im militärischen und technischen Bereich auszubauen", sagte der russische Präsident Wladimir Putin nach der Vertragsunterzeichnung.

Nach den Worten des indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh wurde bei den Verhandlungen auch über die Sicherheitslage in der Region gesprochen, darunter in Afghanistan. "Indien und Russland sind beide an einem stabilen, geeinten, demokratischen und blühenden Afghanistan interessiert, das frei von Extremismus ist", sagte Singh.

Die Sowjetunion und Indien waren zu Zeiten des Kalten Krieges enge Verbündete, mit Moskau als wichtigstem Waffenlieferanten. Nach dem Zerfall des Ostblocks kühlten die Beziehungen zunächst ab. Nach der Wahl Putins zum Präsidenten 2000 suchte er wieder die Nähe Neu Delhis. Seitdem hat sich der gemeinsame Handel versechsfacht. Indien ist immer noch wichtigster Kunde für russische Waffenexporte, obwohl Russland in jüngster Zeit einige lukrative Aufträge an westliche Konkurrenten verloren hat.

Zwischen 2000 und 2010 unterzeichneten beide Seiten Abkommen über Rüstungsgüter mit einem Volumen von 30 Milliarden Dollar.

Russland war lange Zeit nahezu alleiniger Lieferant von Rüstungsgütern für die Atommacht Indien. In der jüngsten Zeit interessierte sich das Land aber vermehrt für westliche Produkte. Beobachter werten den Besuch Putins als Versuch, diesen Trend aufzuhalten.

"Russland ist ein Schlüsselpartner in unseren Bemühungen, unsere Streitkräfte zu modernisieren und unsere Vorbereitungen zur Verteidigung zu verbessern", sagte Singh nach dem Treffen mit Putin, bei dem insgesamt zehn Verträge abgeschlossen wurden. Dazu gehörten auch Vereinbarungen in den Bereichen Pharmazie, Chemie, Bildung und Kultur.