7. Februar 2013 13:18 Protest-Video Palästinenser tanzen "Gangnam Gaza Style"

Pferdetanz zwischen Bombenkratern: Sechs Palästinenser nutzen den Hype um den südkoreanischen Song "Gangnam Style", um auf die Lage im Gaza-Streifen aufmerksam zu machen. Das Ergebnis ist ein sehenswertes Video mit ernster Botschaft.

Das Original verhöhnt den Luxus und Prunk neureicher Jugendlicher in Seoul, genauer: im Viertel Gangnam. Rapper Psy springt wie ein Pferd zwischen teuren Autos und schönen Frauen umher, sein Video "Gangnam Style" gilt als der meistgesehene Youtube-Clip aller Zeiten.

Junge Palästinenser haben jetzt ihre eigene Version gedreht - die allerdings von Armut und Leid handelt: "Gangnam Gaza Style" greift mit schwarzem Humor und Selbstironie die dramatische Situation der Menschen im Gaza-Streifen auf. Fünf Männer und ein Junge hüpfen im Pferde-Tanzschritt durch das palästinensische Gebiet an der östlichen Mittelmeerküste.

Ein Plakat auf dem Rücken von einem der Männer ist mit dem Wort "Arbeitslosigkeit" beschrieben, an der Tankstelle hängt der Hinweis "No Fuel". Der Sportplatz, auf dem die schwarz gekleideten Protagonisten Fußball spielen wollen, ist zerbombt, ein Gebäude trägt das Schild "Ministerium für Gefangene."

"Es ist das Leid, die Gefangenschaft, Arbeitslosigkeit und der Mangel an Elektrizität, die uns Probleme machen und auf die wir hinweisen wollen", wird einer der Macher des Videos auf der Website des staatlichen russischen TV-Senders Russia Today zitiert.

Die Lage im Gaza-Streifen gilt als prekär. Die Arbeitslosigkeit unter den etwa 1,7 Millionen Einwohnern liegt bei mehr als 30 Prozent, nach Angaben der Unesco sind 72 Prozent der 15- bis 19-Jährigen ohne Job. Die Versorgung mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Strom ist gefährdet, weil Israel die Grenze kontrolliert - als Schutz vor der Hamas, die seit fünf Jahren in Gaza herrscht und deren erklärtes Ziel es ist, Israel mit terroristischen Mitteln zu beseitigen.

Im November 2012 griff Israel Ziele im Gaza-Streifen an, um sich gegen den Beschuss seines Gebietes durch Raketen aus Gaza zu schützen, wie es hieß. Bei der Operation kamen mehr als hundert Menschen ums Leben.

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