Bei der Frage einer künftigen Regierungskonstellation können sich immer mehr FDP-Politiker ein Bündnis aus Union, FDP und Grünen vorstellen.

Nachdem Westerwelle am Wahlsonntag noch jegliche "Ampeleien" ausgeschlossen hatte, sagte FDP-Vize Andreas Pinkwart der Leipziger Zeitung (Dienstag), die FDP ließe sich in einer solchen „Jamaika-Koalition“ zwar „nicht verbiegen, aber wir stehlen uns auch
nicht aus der Verantwortung“.

Skeptisch reagierte dagegen Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Sie betonte jedoch, sich Gesprächen nicht zu verweigern.

FDP-Vize Rainer Brüderle sagte über eine schwarz-gelb-grüne Koalition: „Ich kann mir das zur Zeit zwar nicht vorstellen, aber Frau Merkel muss die Chance haben, Inhalte und Konstellationen mit anderen Parteien auszuloten, und dann wird man sehen.“

Göring-Eckardt sagte der Thüringer Allgemeinen (Dienstag): „Ich finde das sehr witzig, vor Stunden noch waren wir nach Meinung der Union auf dem völlig falschen politischen Dampfer - und nun entdeckt man zunehmend Gemeinsamkeiten.“

Die Grünen verweigerten sich Gesprächen nicht. Aber was zähle, sei ein Mindestmaß an Übereinstimmung. „Das sehe ich nicht“, betonte Göring-Eckardt.

Verbraucher-Staatssekretär Matthias Berninger (Grüne) forderte die FDP auf, ihr Nein zu einer Ampelkoalition mit SPD und Grünen zu überdenken: „Die FDP sollte sich gut überlegen, ob sie in der Regierung ihre strategischen Interessen nicht besser durchsetzen könnte“, sagte er der Berliner Zeitung.

Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hofft auf Sondierungsgespräche mit der FDP. „Ich hoffe, dass da nicht auch seitens der FDP das letzte Wort gesprochen ist“, sagte Beck am Montagabend im Südwestrundfunk.

Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL nach der Wahl wünschen sich 33 Prozent der Deutschen eine Große Koalition. 27 Prozent sind für ein Bündnis aus Union, FDP und Grünen, 15 Prozent für eine Ampelkoalition und 12 Prozent für eine Zusammenarbeit von SPD, Grünen und Linkspartei.

Auf die Frage nach dem bevorzugten Kanzler nannten 47 Prozent der 1007 Befragten Schröder und 41 Prozent Merkel. 73 Prozent sprachen sich zudem gegen eine erneute Neuwahl aus.

(sueddeutsche.de/dpa/AP)

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