Gut einen Monat nach den Parlamentswahlen hat der neue italienische Ministerpräsident Romano Prodi die Regierung von Silvio Berlusconi abgelöst.

Prodi, AFP

Prodi wird vereidigt. Foto: AFP

Vor der Eidesleistung im Quirinalspalast in Rom stellte der linksgerichtete Politiker und ehemalige EU-Kommissionspräsident sein Kabinett vor. Staatspräsident Giorgio Napolitano hatte Prodi erst am Dienstagabend den Auftrag zur Regierungsbildung erteilt.

Der 61. Nachkriegsregierung gehören zwei ehemalige Regierungschefs an: Zum Außenminister ernannte Prodi den Exkommunisten Massimo D’Alema. Der Sozialist Giuliano Amato ist neuer Innenminister. Das Amt des Wirtschaftsministers übernimmt der renommierte Ökonom Tommaso Padoa Schioppa, ein früheres Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank.

Prodis enger Berater Arturo Parisi wurde zum Verteidigungsminister ernannt.
„Das ist ein Team, das die gesamte Legislaturperiode überstehen wird“, sagte Prodi. „Es ist sehr homogen.“ Er habe den starken Wunsch nach Zusammenhalt und Einigkeit im Land, fügte der 66-Jährige hinzu.

Prodis Mitte-links-Bündnis hatte die Parlamentswahl Anfang April knapp gegen das Mitte-rechts-Bündnis des scheidenden Regierungschefs Silvio Berlusconi gewonnen. Prodi stellte sein Kabinett exakt zehn Jahre nach der Bildung seiner ersten Regierung am 17. Mai 1996 vor. Sie hielt bis zum Rückzug eines kommunistischen Verbündeten 1998.

Da Prodis Bündnis im Senat nur über eine Mehrheit von zwei Sitzen verfügt und sich aus einem breiten Spektrum zusammensetzt, sind Beobachter skeptisch über die Erfolgsaussichten. Berlusconi war fünf Jahre an der Macht - die längste Amtszeit einer Regierung in Italien seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

(AP)