Nach der Weltklimakonferenz auf Bali gehen die Bewertungen weit auseinander. Umweltstaatssekretär Michael Müller (SPD) sieht in den Ergebnissen keinen Erfolg für den Klimaschutz.

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Stelt sich gegen die Bundeskanzlerin: Umweltstaatssekretär Michael Müller (SPD) Foto: ddp

Die Große Koalition zeigt sich uneins in der Bewertung der Weltklimakonferenz auf Bali. Der Staatssekretär im Bundesumwelt- ministerium, Michael Müller (SPD), wagte den offenen Widerspruch zur Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die die Ergebnisse von Bali als großen Erfolg bezeichnet
hatte.

Müller hingegen sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung vor dem Hintergrund, um welche Herausforderungen es sich für die Menschheit handelt, ist Bali sicher kein Erfolg."

Eine solche Einschätzung sei nur gerechtfertigt, "weil man vor einem Jahr noch mit einem völligen Scheitern rechnen musste", sagte Müller. Für Deutschland bedeute der Bali-Beschluss, "dass wir international in eine noch größere Vorreiterrolle hineingerutscht sind". Denn "das Wichtigste von Bali ist - außer dem äußerst fragwürdigen Verhalten dieser absolut provinziellen Supermacht USA -, dass enorm viele Länder sich für den Klimaschutz eingesetzt haben."

"Die Klimafrage allein wird den Durchbruch beim Thema Nachhaltigkeit übrigens nicht bewirken", sagte Müller. Es gebe noch zwei andere große Herausforderungen - die Endlichkeit der Rohstoffe und der "Beginn einer neuen großen weltwirtschaftlichen Rezession".

Der Staatssekretär hielt ein "globales Umbauprogramm" für notwendig, "nach dem weltweit investiert wird in Energietechnik und modernen Klimaschutz".

Nach erbittertem Streit hatten die 190 Delegationen zum Abschluss der Weltklimakonferenz am Samstag die sogenannte Bali Roadmap akzeptiert.

Umweltminister Sigmar Gabriel bewertete das Ergebnis verhalten positiv. "Das Verhandlungsergebnis ist besser, als wir es erwarten durften, aber weniger, als angesichts der Dringlichkeit, beim Klimawandel zu stärkeren Aktivitäten zu kommen, nötig gewesen wäre", sagte der SPD-Politiker. Merkel bezeichnete das Ergebnis als einen großen Erfolg, räumte aber ein, dass der Weg zu einem
Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll steinig werde.

(sueddeutsche.de/maru/dpa/AP)