Klare Worte: In einem Telefonat mit Israels Premier Olmert hat Bundeskanzlerin Merkel der Hamas die "eindeutige und ausschließliche" Verantwortung für die Eskalation im Gaza-Streifen zugewiesen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Hamas die alleinige Schuld an der Eskalation im Nahen Osten gegeben. Bei einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert am Sonntagabend seien sich Merkel und Olmert einig darin gewesen, dass die Verantwortung für die jüngste Entwicklung "eindeutig und ausschließlich" bei der Hamas liege, teilte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin mit.

Rahmen
Israel gegen die Hamas Krieg im Gaza-Streifen Rahmen
gazastreifen hamas israel AFP Gaza-Streife, AFP Ägypten, Reuters Panzer, Gaza, AP
Rahmen

"Die Bundeskanzlerin legt Wert darauf, dass bei der Beurteilung der Situation im Nahen Osten Ursache und Wirkung nicht vertauscht werden oder Ursache und Wirkung nicht in Vergessenheit geraten", betonte Steg. Der Konflikt könne nur durch einen politischen Prozess geregelt werden, an dessen Ende eine "Zwei-Staaten-Lösung" stehen müsse.

An die Hamas richtete die Bundesregierung die Aufforderung, den Beschuss von israelischen Siedlungen mit Raketen "sofort und dauerhaft" einzustellen. Zugleich äußerte sich der Vize-Regierungssprecher davon überzeugt, dass Israel alles unternehme, um bei seinen Luftangriffen auf den Gaza-Streifen zivile Opfer zu vermeiden.

Der Konflikt könne letztlich nur politisch gelöst werden, sagte Steg. Zu einer Zweistaaten-Lösung gebe es keine Alternative. Zu einem möglichen Einsatz internationaler Truppen zur Beruhigung der Lage äußerte er sich ablehnend. Die sei "möglicherweise nicht der Schlüssel zur Lösung des Konfliktes". Auf jeden Fall sei es kaum vorstellbar, dass sich deutsche Soldaten an einem solchen Einsatz beteiligten.

Israel hat den dritten Tag in Folge Luftangriffe auf die Hamas im Gaza-Streifen geflogen. Bei der größten Militäroffensive seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 kamen bislang mehr als 300 Menschen ums Leben, darunter zahlreiche Zivilisten.

Rahmen
Protest gegen Israel Weltweite Demonstrationen Rahmen
Israel, USA, Reuters Los Angeles, AFP Jakarta, dpa Lima Reuters Teheran, dpa Jemen, dpa
Rahmen

(AFP/Reuters/plin/ihe)

ANZEIGE

mehr ...


Themen

Weitere Artikel in Politik

Leserkommentare (87)



06.01.2009 14:05:53

aWheim: Frau Merkels Beitrag zum Nahostkonflikt f

Glauben diese eifrigen Fürsprecher der gegenwärtigen Israelischen Politik wirklich, sie tun Israel einen Gefallen, wenn sie den Bruch des Völkerrechts verbrämen? (Notabene befürwortete Frau Merkel auch den völkerrechtswidrigen Irak-Krieg!). Dieses populistische Ausbeuten des Nahostkonflikts für eigene Zwecke durch Politik und Medien hat doch letztlich extreme Kräfte befördert, die Israel in die

Klemme brachten, so daß es sich, ohne das Risiko eines Bürgerkriegs, gar nicht mehr befreien kann von dem Kern des Problems, den Siedlungen. Wäre es nicht eher im Sinne einer friedlichen Koexistenz Israels mit seinen Nachbarn, würde man die moderaten Kräfte darin unterstützen, mit dem Feind zu verhandeln? Würde man Druck auf Israel ausüben, sich in seine legitimen Granzen zurückzuziehen, dann entbände man es gewissermaßen von der Verantwortung für den Rückzug und könnte so vielleicht eine innenpolitisch friedliche Lösung ermöglichen. Mit Sicherheit nähme man der radikalen Fraktion innerhalb der Hamas den Wind aus den Segeln. So würden echte Freunde des Staates Israel handeln. Ich distanziere mich jedenfalls ausdrücklich von der Haltung Frau Merkels, das Bombardieren dicht besiedelter Regionen als Selbstverteidigung zu verharmlosen. Das ist zynisch und kaltherzig.


2 Besucher haben diesen Kommentar bewertet




vorherige Kommentare neuere Kommentare 1 | 2 | 3 | 4 | ... | 18 ältere Kommentare nächste Kommentare

Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.


"Ich kann nur kurze Sätze": Franz Müntefering verlässt die Politik - zum Abschied haben wir seine besten Sprüche gesammelt.
Das Magazin "Forbes" hat die mächtigsten Personen der Welt aufgelistet. Gut platziert: Ein Drogenboss und ein Terrorist.
Was der Präsident sagt, ist mir egal - in Silvio Berlusconis Vita mangelt es nicht an Entgleisungen wie dieser. Ein Worst-of in Bildern.
George W. Bush massiert Angela Merkel, Paul Wolfowitz trägt löchrige Socken und Sarah Palin weiß wenig von der Welt: Ein Vote in Bildern.

ANZEIGE

Anzeige: Die Seite 3 - Reportagen aus fünf Jahrzehnten
Bilder aus der Politik
Kritikern nannten ihn einen linken Scharfmacher, doch Oskar Lafontaine hatte noch viel vor. Nun bremst ihn ein Krebsleiden.
Der US-Präsident auf Asien-Reise: Wie Obama um die Gunst der Chinesen wirbt.
Van Rompuy und Ashton treffen auf breite Zustimmung. Das neue Führungsduo der EU geht mit vielen Vorschusslorbeeren an die Arbeit.
Nach der dramatischen Wahlniederlage stellt sich die SPD neu auf: Wer neben dem Parteichef Sigmar Gabriel künftig das Sagen hat.
Süddeutsche Zeitung Photo
Armutsflüchtlinge aus Afrika
Die EU erlebt seit Jahren an ihren südlichen Grenzen einen gewaltigen Ansturm von Flüchtlingen aus Afrika. Zu tausenden und unter Einsatz ihres Lebens stürmen sie die Wohlstandsgrenze, getrieben von der vagen Hoffnung auf ein besseres Auskommen. Viele sterben auf dieser Reise und wer ans Ziel kommt, ist dort nicht willkommen. mehr...
Politik transparent gemacht
Über abgeordnetenwatch.de können Sie Ihre Bundestags-Abgeordneten vor Ort online befragen. Einfach Ihre Postleitzahl eingeben und los geht's! Suchen Sie nach bestimmten Themen oder Abstimmungen? Dann geben Sie einfach ein Schlagwort ein.

Postleitzahl oder Schlagwort:

Link auf abgeordnetenwatch.de