Auch Baden-Württemberg will Killerspiele verbieten

    Nach Bayern und Niedersachsen

    06.12.2006, 14:32

    Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger hat sich unter dem Eindruck der Ereignisse in Offenburg für ein striktes Verbot aller Killerspiele auf Computern ausgesprochen.

    Er halte dies für notwendig, soweit dies durchsetzbar sei, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch am Rande einer Landtagssitzung in Stuttgart.

    Ähnlich äußerte sich auch der baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau (CDU). „Das braucht die Menschheit nicht, und damit dürfen auch keine Geschäfte gemacht werden.“ Ihm sei bei der Betrachtung solcher Spiele regelrecht schlecht geworden, fügte der CDU-Politiker hinzu. Allerdings warnte Rau davor, ein solches Verbot als Symbolhandlung misszuverstehen.

    Die baden-württembergische CDU schloss sich damit im Grundsatz der Haltung Bayerns an, das am Vortag einen Gesetzentwurf gegen gewaltverherrlichende Computerspiele angekündigt hatte. Nach Darstellung des bayerischen Innenministeriums sollen im Falle der Zuwiderhandlung gegen das geplante Verbot Hersteller, Händler und Käufer von Killerspielen mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden können.

    Jugendschützer für medienpädagogische Lösungen

    Das geplante Verbot von Killerspielen für den Computer stößt bei Jugendschützern auf Ablehnung. „Ein solches Gesetz bewirkt nur eine Kriminalisierung von Kindern und Jugendlichen, nicht aber ihren Schutz“, sagte die Leiterin der niedersächsischen Landesstelle Jugendschutz, Andrea Urban, bei der Jahrestagung der Einrichtung. Sie reagierte damit auf einen Vorschlag Bayerns und Niedersachsens, die Herstellung und Nutzung menschenverachtender Spiele unter Strafe zu stellen.

    Die Verbreitung brutaler Spiele ließe sich kaum per Gesetz verhindern. Die Kinder und Jugendlichen würden sich die Programme weiterhin im Internet besorgen oder sie untereinander tauschen und verleihen. Auch könne gesetzlich nicht klar definiert werden, wann ein neues Spiel tatsächlich als so gewalttätig einzuschätzen sei, dass der Besitz unter Strafe gestellt werden müsste.

    Statt gesetzlicher Regelungen seien medienpädagogische Lösungen notwendig. Die Pädagogen müssten sich zu diesem Zweck stärker als bisher mit brutalen PC-Spielen beschäftigen.

    (dpa/AP)

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