Bombenterror in Indien: Bei einer schweren Anschlagsserie im Nordosten des Landes sind bis zu 68 Menschen getötet worden. Mindestens 335 weitere wurden verletzt.
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Im indischen Guwahati tragen Männer einen Schwerverletzten vom Ort der Bombenexplosion weg. Foto: AP
Bei der bislang schwersten Bombenserie im Nordosten Indiens sind am Donnerstag im Bundesstaat Assam mindestens 68 Menschen getötet worden. Weitere 335 Personen seien verletzt worden. Dies teilte die Polizei mit.
Innerhalb kurzer Zeit waren in vier Städten insgesamt elf Bomben explodiert. Mehrere der Sprengsätze wurden auf belebten Märkten gezündet. Eine der Bomben in der Stadt Guwahati, der Hauptstadt Assams, zielte auf eine Hochsicherheitszone, in der neben einem Gericht auch Polizeidienststellen und Wohnungen für leitende Polizeibeamte untergebracht sind.
Der höchste Beamte des Innenministeriums des Bundesstaats Assam, Subhash Chandra Das, teilte mit, 25 bis 30 Verletzte schwebten in Lebensgefahr. Allein in Guwahati seien 31 Menschen getötet und 150 verletzt worden.
Nach den Anschlägen brachen Unruhen aus. Indische Medien berichteten, die Polizei verdächtige die separatistische Vereinte Befreiungsfront Assams (ULFA), die die Anschläge möglicherweise gemeinsam mit einer muslimischen Extremistengruppe aus dem benachbarten Bangladesch verübt habe. Die ULFA wies eine Beteiligung zurück.
In Assam und in anderen nordostindischen Bundesstaaten kämpfen neben der ULFA noch zahlreiche andere militante Gruppen für Autonomie oder Unabhängigkeit. Alleine in Assam kostete die Gewalt der Separatisten in den vergangenen knapp 30 Jahren mehr als 20 000 Menschen das Leben.
In ganz Indien sind in den vergangenen Monaten bei Anschlägen mehr als 125 Menschen ums Leben gekommen. In den meisten Fällen vermutet die Polizei islamistische Extremisten als Täter.
Assams Ministerpräsident sagte: "Im ganzen Bundesstaat wurde Großalarm ausgerufen." Es habe sich um geplante Terroranschläge gehandelt. Nach der Bombenserie griffen aufgebrachte Menschen Polizisten in Guwahati an, denen sie vorwarfen, die Anschläge nicht verhindert zu haben.
"Menschenmassen liefen Amok, warfen Steine auf Polizisten und versuchten, Streifenwagen und sogar Feuerwehrfahrzeuge in Brand zu stecken", sagte ein Augenzeuge namens Saurabh Chowdhary. "Es herrscht völlige Gesetzlosigkeit."
(sueddeutsche.de/AFP/AP/Reuters/jkr/ihe/akh/aho)

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