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    Chávez rückt Merkel in Nähe zu Hitler

    Venezuela

    12.05.2008 , 07:52

    Wenige Tage vor dem EU-Lateinamerikagipfel in Peru hat Venezuelas Staatchef Chávez die deutsche Bundeskanzlerin heftig angegriffen: In einer Fernsehansprache schmähte er Merkel als politische Nachfahrin Hitlers.

    Hugo Chávez, ap

    Heftige Attacke gegen Merkel: Venezuelas Staatschef Hugo Chávez bei seiner Fernsehansprache. (Foto: AP)

    Venezuelas umstrittener Staatspräsident Hugo Chávez hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wenige Tage vor dem EU-Lateinamerika-Gipfel in der peruanischen Hauptstadt Lima scharf attackiert.

    Die Bundeskanzlerin gehöre der politischen Rechten an, "derselben Rechten, die (Adolf) Hitler, die den Faschismus unterstützt hat", sagte Chávez am Sonntag in Caracas bei seiner wöchentlichen Fernsehansprache.

    Damit reagierte er auf eine Aussage der Bundeskanzlerin, der venezolanische Präsident sei nicht die Stimme Lateinamerikas. Diese Meinung Merkels war in einem Interview des spanischen Dienstes Nachrichtenagentur dpa am Samstag veröffentlicht worden.

    Chávez beschuldigte Merkel, Regierungschefs in Lateinamerika gezielt dazu aufgerufen zu haben, keine engen Verbindungen zu Venezuela zu unterhalten. Weiter erklärte Chavez, auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel in Lima werde es vermutlich zu einer Konfrontation zwischen ihm und der Bundeskanzlerin kommen. Würde sie ihm dann wohl sagen, dass er den Mund halten solle, fragte er in Anspielung an eben diese Aussage des spanischen Königs Juan Carlos beim EU-Lateinamerika-Gipfel im vergangenen Jahr.

    Heftige Attacken

    Beim iberoamerikanischen Gipfel hatte Chávez versucht, eine Rede des spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero zu unterbrechen. Der König fuhr daraufhin den Venezolaner mit den Worten "Warum hältst du nicht den Mund?" an. Der Schlagabtausch löste damals eine wochenlange Krise zwischen Madrid und Caracas aus.

    Die Europäer kämen zum Gipfel, um in Lateinamerika zu helfen. Doch "wo ist denn dann der Plan, um den Armen zu helfen? Fragt doch den Staatspräsidenten von Haiti, wie viele Versprechen Europa und die Vereinigten Staaten gemacht haben", sagte Chávez in seiner TV-Sendung. Die Sozialprogramme der Region würden von den Regierungen von Venezuela, Kuba, Argentinien und Brasilien getragen, erklärte er.

    Angela Merkel beginnt ihre Lateinamerikareise am Mittwoch in Brasilien. Nach dem Gipfel in Lima am 16./17. Mai besucht sie bis zum 20. Mai auch Kolumbien und Mexiko. Vor ihrer ersten Reise in die Region hat sich die Bundeskanzlerin für mehr Anstrengungen zur Armutsbekämpfung auf dem Subkontinent ausgesprochen. Die EU sollte die Länder beim Abbau von sozialer Ungleichheit unterstützen, sagte Merkel.

    Chavez ist schon öfters wegen spitzer Bemerkungen gegen westliche Politiker aufgefallen, insbesondere gegen US-Präsident George W. Bush. Diesen bezeichnete er in einer Rede vor der UN-Vollversammlung 2006 als "den Teufel". Ebenfalls am Sonntag nannte er den kolumbianischen Staatschef Alvaro Uribe einen Lügner, dem man nicht einmal einen Eckladen betreiben lassen dürfe.

    (AP/dpa/Reuters/gal)

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    Leserkommentare (15)



    13.05.2008 17:04:44

    don.bolko: @outlet218 & der Sozialismus

    Nochmals, der Chávez-Vergleich von Kanzlerin Merkel und dem Nationalsozialismus ist Unfug, das wird auch Chávez wissen, aber er glaubte sich dieser unsäglichen Retourkutsche bedienen zu müssen. Wenn das auch unanständig war, hat sie ihre Wirkung nicht verfehlt und das wollte letztendlich „el companero presidente“.

    Der sinngemäße Merkel-Versuch, Chávez in´s Abseits zu stellen, ist für eine europäische Staatsfrau töricht gewesen.

    Der DDR-Sozialismus hat absolut nichts mit Lateinamerika, auch nichts mit Venezuela zu tun. Die DDR war ein nicht souveränes Land infolge des zweiten Weltkrieges. Im übrigen hatte schon das Chile von Salvador Allende eine andere sozialistische Basis als die DDR. Das Experiment von Allende misslang, da er nicht der Präsident aller Chilenen war (was er auch offen zugegeben hat, auch mein Präsident war er nicht), die Einmischungen von außen (USA, auch Deutschland!) den mehrheitlichen Wählerwillen konterkarrierte, was mit dem Mord von Allende und einer brutalen Militärdiktatur unter Mithilfe der USA endete.

    Der heutige Sozialismus Brasiliens, Venezuelas, Chiles, Argentiniens, Boliviens, Uruguays, Guatemalas, Nicaraguras u.a. sind keine "Sozialistischen Diktaturen". Beschäftigen Sie sich ein bisschen mehr damit, bevor Sie solche Unterstellungen verbreiten. Ob diese Länder mit dem Sozialiismus, einer "gesteuerten Sozialdemokratie" reüssieren werden, das sollten wir diesen Ländern zumindest von ganzem Herzen wünschen.

    Deutschland hat fast paradiesische Verhältnisse erreicht, wenn man unser Land mit lateinamerikanischen Ländern vergleicht, aber "unser deutsches System" ist nicht so einfach in jedem Land Lateinamerikas importfähig, ebensowenig für das von Ihnen gestreifte Afrika.

    Am deutschen Wesen wird die Welt nicht genesen, wir sind in Lateinamerika so beliebt, da wir so weit weg sind, unsere Produkte Klasse sind, Oktoberfest feiern können und viele unserer deutschen Vorfahren, die nach dort auswanderten, tüchtig gearbeitet haben.


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