Zumal er der erste General seit der Rückkehr zur Demokratie ist, dem diese Disziplinarstrafe auferlegt wurde. Und das zwei Monate, bevor er mit allen Ehren mit Vollendung des 64. Lebensjahres in den Ruhestand versetzt worden wäre. Aber Bono wollte ein Exempel statuieren.
Mena Aguado hatte sich in seiner Rede darauf berufen, dass Artikel VIII der Verfassung das Militär verpflichtet, die Souveränität und territoriale Integrität Spaniens zu schützen. Und diese sei durch die Autonomiebestrebungen Kataloniens, das sich künftig als „Nation“
bezeichnen will, in Gefahr.
Bild vergrößern
Mit gezogener Pistole steht Oberst Antonio Tejero Molina am Rednerpult im spanischen Parlament während des Putschversuches von 1981. Foto: dpa
Er ließ dabei aber außer Acht, dass in derselben Verfassung verankert ist, dass die Streitkräfte der zivilen Regierungsgewalt unterliegen. Und nur dieser kommt es zu, darüber zu entscheiden, ob das Land in Gefahr ist oder nicht. „Dies unterscheidet schließlich die Demokratie von der Diktatur“, schrieb El País.
Minister Bono selbst war es gewesen, der Mena Aguado Ende 2004 befördert hatte. Bislang war er für seine Verdienste um die Reform der Streitkräfte gelobt worden.
Doch nach 46 Dienstjahren musste sich der dreifache Familienvater und begeisterte Golfspieler nun von baskischen oder katalanischen Politikern vorhalten lassen, er sei ein verkappter Putschist. Mancher erinnerte gar böswillig daran, dass sein Vater während der Diktatur Bürgermeister im nordspanischen Palencia gewesen sei.
Die Konservativen in Spanien machen indes die sozialistische Regierung für den Skandal verantwortlich. Dass es so weit kommen konnte, liege nur an der Unterstützung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero für die umstrittenen Autonomiepläne Kataloniens.
(Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2)
In diesem Artikel:
Ein Mann und seine Sprüche
Deutschlands Mutti
Patzer, Pannen, Palin
"Spätrömische Dekadenz"
Blut soll fließen
Ikone des Protests
Pomp, Politik, Polygamie