Das Säbelrasseln des Generals
Eklat in Spanien
08.01.2006, 16:25
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Jose Mena Aguado (Foto: dpa)
Als José Mena Aguado bei dem traditionellen Neujahrsempfang der Armee in Sevilla das Wort ergriff, stockte vielen Anwesenden der Atem. Während König Juan Carlos in seiner Rede zum gleichen Anlass zuvor in Madrid noch zu Eintracht und Konsens aufgerufen und die Verfassung als Garant der Einheit Spaniens gelobt hatte, begann der 63-jährige Heereschef in Sevilla, mit martialischen Worten vor den Gefahren für diese Einheit zu warnen.
In den Kasernen herrsche große Sorge über die möglichen Folgen der Autonomiepläne der Region Katalonien. Es sei seine Pflicht, dies kundzutun, sagte der Generalleutnant den erstaunten Zuhörern.
Nicht nur, dass Mena Aguado damit den König als Oberbefehlshaber
der Streitkräfte brüskierte und die Neutralität verletzte, der die Militärs laut Verfassung verpflichtet sind. Er weckte damit auch Erinnerungen an vergangene Zeiten, als Teile der Armee noch nostalgisch dem Franco-Regime (1939-1975) nachtrauerten und die junge Demokratie mit Argwohn betrachteten.
Dies fand seinen Ausdruck in dem Putschversuch vom 23. Februar 1981, der vor allem dank des mutigen Einsatzes von König Juan Carlos scheiterte. „Mena Aguado hat die Streitkräfte in eine Zeit zurückversetzt, als man noch mit Sorge vom Säbelrasseln des Militärs sprach“, empörte sich die konservative Zeitung ABC. Der General sei offensichtlich in der Frage seiner Kompetenzen verwirrt.
Dass die Regierung umgehend und drastisch reagierte, verwundert daher nicht. Verteidigungsminister José Bono begnügte sich nicht damit, Mena Aguado zu entlassen, wie es der Generalstab selbst gefordert hatte. Er verfügte zudem einen achttägigen Hausarrest, was der lang gediente Offizier geradezu als zusätzliche Erniedrigung am Ende seiner Karriere empfunden haben dürfte.
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