- Finanzpolitik - Juncker kritisiert schwarz-gelbe Schulden
- Italien: Silvio Berlusconi - Die Schlinge zieht sich zu
Präsident Lammert geißelt die Methode Guttenberg
Bundestag: Erste Sitzung
27.10.2009, 14:46
Seite 1 von 2
- Präsident Lammert geißelt die Methode Guttenberg
- Die bissige Ironie des Präsidenten
|
Von Thorsten Denkler, Berlin |
Kanzlerin Merkel gratuliert dem neu gewählten Bundestagspräsidenten Norbert Lammert. (Foto: AP)
Alle klatschen, aber einer rührt keine Hand. Seine Gesichtszüge sind eingefroren. Karl-Theodor zu Guttenberg, Jungstar der CSU, gewesener Wirtschaftsminister und kommender Verteidigungsminister, hat soeben in der konstituierenden Sitzung des Bundestages einen öffentlichen Rüffel bekommen. Das ist selten unter angesehenen Gesinnungsfreunden.
Norbert Lammert (CDU), just mit 522 von 617 Stimmen wiedergewählter Bundestagspräsident, tut es an diesem Dienstag. Er hält seine Antrittsrede. Eine, die es in sich hat.
Der Satz, der Guttenberg für einen Moment so fassungslos erscheinen lässt, geht so: "Weder ist die Regierung Gesetzgeber noch das Parlament Gesetznehmer", sagt er. Und der entstandene Eindruck, "diese zentrale staatliche Aufgabe werde immer häufiger und möglicht unauffällig an Anwaltskanzleien, Beratungsunternehmen und Gutachter abgetreten oder ausgelagert, stärkt die Autorität der Verfassungsorgane nicht".
Im Video: Der CDU-Politiker Norbert Lammert wurde vom neuen Bundestag in seinem Amt mit 522 Stimmen wiedergewählt.
Weitere Videos finden Sie hier
Der Satz ist lang. Aber er wirkt wie ein Donner. Guttenberg war vor der Wahl in die Kritik geraten, weil er eben dies getan hat - er hat ein Bankengesetz von einer Anwaltskanzlei ausarbeiten lassen.
Lammerts Rede ist eine Generalabrechnung mit den Zumutungen, Seltsamkeiten und Ausuferungen des parlamentarischen Betriebs. Er geißelt die Überheblichkeiten mancher Politiker: Er wolle in Erinnerung rufen, dass "wir gewählt sind, nicht gesalbt". Die Wähler wüssten, so Lammert, "besser als wir, dass wir nicht über Wasser gehen können".
Sein Fazit: "Wir sind nicht das Volk, sondern die Volkvertreter."
Den Umgang der Regierung mit dem Parlament nannte der Präsident zuweilen "ärgerlich". Nicht die Regierung "hält sich ein Parlament, sondern das Parlament kontrolliert die Regierung". An den Gesichtern mancher bleibender und scheidender Minister ist deutlich abzulesen, ob sie sich angesprochen fühlen.
- In diesem Artikel:
- Sie lesen jetzt: 1 Präsident Lammert geißelt die Methode Guttenberg
- 2 Die bissige Ironie des Präsidenten
ANZEIGE
mehr ...

Bundestag: Konstituierende Sitzung - Start mit Fliege
Bundestag: Erste Sitzung - Fall Thierse - die erste Kriegserklärung
Angela Merkel wiedergewählt - Sie ernten, was sie säen
Bericht des Wehrbeauftragten - Schimmel und Fäkalien
Möllemann-Spendenaffäre - FDP muss 4,3 Millionen Euro zahlen
Bildstrecke - Rainer Barzel - der beinahe-Kanzler
Gedenkstunde im Bundestag - "Wehret den Anfängen" - aktuell wie nie
Themen

![]() 28.10.2009 10:31:40 Lammert hat vollkommen Recht! Die Kontrolle der Regierung durch die Parlamentarier ist in letzter Zeit nicht mehr gegeben. Durch Frationszwänge und Linientreue sind die Abgeordneten eingeengt. Selbsständiges Denken ist nicht mehr gewünscht um auf Spitzenplätze in den Wahlkreisen oder den Listen zu gelangen. An der gleichen Krankheit leidet ja Europa schon allein auf Grund der fehlenden Kompetenzen im Parlament. In Deutschland hätten die Parlamentarier aber die Mittel dazu, die Regierung zu kontrollieren und regelnd einzugreifen. Sie machen es zu selten! ![]()
![]() Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage. |
Mr. Wong
Delicious
Digg
Yigg
Technorati
Google
MySpace
Facebook
Webnews
























