•  |  Passwort vergessen?  |  Jetzt registrieren
18.02.2009    10:00 Uhr Drucken  |  Versenden  |  Kontakt
Trennlinie

Tschechien

Abgeordnetenhaus für EU-Reform

Das tschechische Abgeordnetenhaus hat den Reformvertrag der Europäischen Union abgesegnet. Die vollständige Zustimmung Tschechiens ist dennoch nicht sicher.

Tschechien Ministerpräsident Mirek Topolanek dpa
Ministerpräsident Mirek Topolanek
Foto: dpa
 

Das tschechische Abgeordnetenhaus hat nach kontroversen Debatten dem EU-Reformvertrag zugestimmt. 125 Abgeordnete stimmten für den Lissabonner Vertrag, 61 dagegen. 120 Stimmen in der 200 Sitze umfassenden Kammer waren für die Annahme erforderlich.

Die zweite Parlamentskammer, der Senat, will später über den Reformvertrag abstimmen. Der Europa-kritische Präsident Vaclav Klaus will das Dokument allerdings erst unterzeichnen, wenn Irland dem Vertrag in einer Wiederholung des 2008 gescheiterten Referendums zustimmt. Tschechien hat zur Zeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Tschechiens Ministerpräsident Mirek Topolanek hatte im Vorfeld mehrfach eine baldige Zustimmung seines Landes zum Lissabon-Vertrag angekündigt, den die beiden Parlamentskammern schon seit April 2008 behandeln.


Mehrheit der Tschechen für EU-Reform

Damit der Lissabon-Vertrag in Kraft treten kann, muss er von allen 27 EU-Mitgliedsländern ratifiziert werden. In Deutschland ist das parlamentarische Verfahren abgeschlossen.



Der Vertrag von Lissabon

Allerdings will Bundespräsident Horst Köhler mit der Unterzeichnung bis zu einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über Klagen gegen den Vertrag warten. Auch Polens Staatspräsident Lech Kaczynski hat den vom Parlament gebilligten Vertrag noch nicht unterzeichnet.

Der in Lissabon geschlossene EU-Reformvertrag soll die europäische Verfassung ersetzen, die im ersten Anlauf an Volksbefragungen in Frankreich und den Niederlanden gescheitert war. Brüssel möchte die EU mit dem Vertrag zukunftsfähig machen, beispielsweise durch weniger Veto-Möglichkeiten für einzelne Staaten.


Das Parlament behandelt den Reformvertrag schon seit April 2008. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts STEM hatte vor kurzem ergeben, dass 64 Prozent der Tschechen dem Dokument zustimmen. Zu Beginn der Debatte im Parlament sagte Topolanek, der Lissabon-Vertrag "löse nicht die echten Probleme der EU".

Das Papier helfe auch nicht gegen "Abschirmungstendenzen in der EU", kritisierte der Regierungschef, der derzeit EU-Ratsvorsitzender ist. Er werbe aber für eine Zustimmung, "weil eine Ablehnung nichts Positives bringt".

Oppositionsführer Jiri Paroubek (CSSD) nannte es "höchste Zeit", über das Dokument abzustimmen. "Die Entscheidung ist nicht leicht, aber mit jedem Tag Warten verliert das Land international an Ansehen", sagte der Ex-Ministerpräsident. Seine Partei werde zustimmen.


(sueddeutsche.de/AFP/odg)

Trennlinie

Lesezeichen hinzufügen: 

Lesezeichen bei Mister Wong setzen Lesezeichen bei Delicious setzen Lesezeichen bei Digg setzen Lesezeichen bei Yigg setzen Lesezeichen bei Technorati setzen Lesezeichen bei Google setzen Lesezeichen bei MySpace setzen Lesezeichen bei Facebook setzen Lesezeichen bei WebNews setzen

| Was ist das?


Leserkommentare (4)



19.02.2009 18:23:06

heiro17: Die EU eine Wertegemeinschaft?

Vaclav Klaus fürchtet um den Fortbestand der völkerrechtswidrigen Benesdekrete, Das hat die EU auch bisher wenig geschert.


1 Besucher hat diesen Kommentar bewertet





Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.


Spartipps für Hartz-IV-Empfänger und Hohn für kleine Kopftuchmädchen: Thilo Sarrazin erregt öfter mal die Gemüter.
Besonnen, fürsorglich und unspektakulär - oder doch geborene Anführerin? Kanzlerin Merkel auf internationalen Covern.
Die stramme US-Konservative Sarah Palin liebäugelt mit der Präsidentschaftskandidatur - trotz bisheriger Fehler und Peinlichkeiten.
Zu Hartz IV äußern sich Politiker leidenschaftlich gerne und waghalsig. Auch schon vor Westerwelles Statement.
Politik transparent gemacht
Über abgeordnetenwatch.de können Sie Ihre Bundestags-Abgeordneten vor Ort online befragen. Einfach Ihre Postleitzahl eingeben und los geht's! Suchen Sie nach bestimmten Themen oder Abstimmungen? Dann geben Sie einfach ein Schlagwort ein.

Postleitzahl oder Schlagwort:

Link auf abgeordnetenwatch.de
Bilder aus der Politik
In Thailand demonstrieren die Anhänger des Ex-Ministerpräsidenten Thaksin gegen die Regierung - mit ungewöhnlichen Mitteln.
Am 7. März wäre Rudi Dutschke 70 Jahre alt geworden. Bilder des Anführers der Achtundsechziger-Bewegung.
Südafrikas Präsident Jacob Zuma in Großbritannien: Ein Besuch im Zeichen des Fußballs.
Süddeutsche Zeitung Photo
Armutsflüchtlinge aus Afrika
Die EU erlebt seit Jahren an ihren südlichen Grenzen einen gewaltigen Ansturm von Flüchtlingen aus Afrika. Zu tausenden und unter Einsatz ihres Lebens stürmen sie die Wohlstandsgrenze, getrieben von der vagen Hoffnung auf ein besseres Auskommen. Viele sterben auf dieser Reise und wer ans Ziel kommt, ist dort nicht willkommen. mehr...

ANZEIGE

Anzeige: Die Seite 3 - Reportagen aus fünf Jahrzehnten