Russland Russisches Gericht verurteilt ukrainische Pilotin Sawtschenko zu 22 Jahren Lagerhaft

Sie soll der Beihilfe zum Mord an zwei Journalisten in der Ostukraine schuldig sein.

Ein russisches Gericht hat die ukrainische Kampfpilotin Nadija Sawtschenko zu 22 Jahren Haft verurteilt. Das verkündete das Gericht in der südrussischen Kleinstadt Donezk (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen ukrainischen Stadt). Das Gericht habe Sawtschenko in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen, sagte der Anwalt der Ukrainerin, Nikolai Polosow, der Nachrichtenagentur AFP.

Richter Leonid Stepanenko sah es als erwiesen an, dass die Pilotin der Beihilfe zum Mord an zwei russischen Journalisten in der Ostukraine schuldig ist. Bereits am Montag hatte Stepanenko erklärt, die Frau habe "aus Hass absichtlich den Tod zweier Menschen verursacht". Die Staatsanwaltschaft hatte 23 Jahre Haft für Sawtschenko beantragt.

Sawtschenko soll laut Anklage im Sommer 2014 der ukrainischen Armee den Aufenthaltsort zweier Reporter in der Ostukraine durchgegeben haben, woraufhin diese durch Granatbeschuss getötet wurden. Die 34-Jährige, die in einem regierungstreuen Bataillon gegen die prorussischen Rebellen kämpfte, weist die Vorwürfe zurück. Ihren Angaben zufolge wurde sie vor dem Tod der beiden Journalisten entführt und über die Grenze nach Russland verschleppt.

Mehrere Hungerstreiks

Die 34-Jährige trat bereits mehrmals in den Hungerstreik. Es wird erwartet, dass Sawtschenko einen neuen Hungerstreik beginnt, sobald das Urteil gegen sie in Kraft tritt. Dessen Ziel könnte sein, ihre Rückkehr in die Ukraine zu erzwingen.

In der Ukraine wird die Pilotin als Nationalheldin und Symbol des Widerstands gegen Russland verehrt. Im russischen Staatsfernsehen wird sie dagegen als gefährliche Nationalistin dargestellt, die das Blut russischer Zivilisten an den Händen habe. Sie selbst bestreitet jegliches Fehlverhalten und spricht von einem Schauprozess. Deutschland, die USA und andere westliche Staaten fordern die Freilassung Sawtschenkos.